Der Fanfreundschaft wieder Leben einhauchen

27. Januar 2012 | eingestellt von mg

Fans aus Lautern und Bremen pflegen vereinzelt immer noch und immer wieder tolle Kontakte

Einträchtige Fans - FCK-Werder Bremen

Hatten vor dem Spiel viel zu besprechen, FCK-Fans und Werder-Fans (© no2012)

Am vergangenen Samstag waren unter den etwas mehr als 40.000 Besuchern zur Partie des 1.FCK gegen den SV Werder Bremen auch rund 1.500 Gästefans von der Weser. Vielen FCK-Fans ist sicher noch die langjährige Freundschaft zu der grün-weißen Fanschar aus dem hohen Norden in bester Erinnerung. Zugegeben, im Vergleich zu den Gepflogenheiten von vor 30 Jahren, hat diese Verbindung viel an Intensität verloren.

Es waren am Samstag aber auch auf Bremer Seite nicht wenige Fans da, die diese Erinnerungen auch mit im Reisegepäck trugen. So war es in der Vergangenheit üblich, dass die Anhänger aus den Lagern der Roten-Teufel und der Grün-Weißen auch viel gemeinsam unternommen hatten und langjährige Bekanntschaften oder gar Freundschaften entstanden waren, die bis heute anhielten. Aber warum eigentlich nur in der Erinnerungen leben lassen?

FCK-Historie zum Bestaunen

Besuch mit Bremer Gästen im FCK-Museum (© no2012)

Bereits zum Saisonauftakt reisten die Queer Devils an die Weser und verbrachten im Rahmen eines sommerlichen Auswärtsausflugs das komplette Wochenende in Bremen. Dort gab es trotz der schmerzlichen Niederlage des FCK beim SV Werder einige sehr freundliche und herzliche Begegnungen mit Bremern der alten Schule und der jüngeren Generation. Beschlossenes Fazit – der Gegenbesuch war gesetzt! So fanden sich Norman, Werder-Fan der alten Schule seit den 70er Jahren, Sohn Dennis, dessen Herz in zarten Kinderjahren sogar für den 1.FCK schlug und den der Papa erst ins Werder-Lager hinein erzogen hatte sowie Begleiter Andre, der ebenfalls über viele grün-weiße Jahre zu berichten wusste am vergangenen Samstag zeitig am höchsten Fußballberg Deutschlands ein.

Gegenbesuch in Kaiserslautern in der Rückrunde

Neuer toller Kontakt mit Perspektive - (vl.) Andre, Matze, Dennis (© no2012)

Die Jungs aus Bremen wurden dort vom Queer-Devils-Boss höchst selbst in Empfang genommen. Der herzlichen Begrüßung folgte gleich ein seit Wochen geplantes Zeremoniell. Trikottausch. Ein grünes Dress von Claudio Pizarro wanderte in den Besitzstand der Queer Devils, während von unserer Seite ein Trikot mit den Unterschriften aller Spieler überreicht wurde, das fortan sein Dasein in grün-weißer Umgebung fristen soll. Danach ging es dann ins neue FCK-Museum.

Auch wenn der SV Werder bereits über eine vergleichbare Stätte verfügt (das so genannte “Wuseum”), waren die Bremer Gäste vom Stand der noch im Wachsen befindlichen Lauterer Ausstellung und den bereits präsentierten Exponaten sehr angetan. Grün-weiße Tupfer in den Vitrinen und Kisten waren beim Gang durch die Räume auch sehr schnell gefunden.

Die Collage zum Pokalfinale 1990 (der 1.FCK schlug als Außenseiter den SV Werder Bremen mit 3:2) wurde intensiv und lange – auch ein wenig wehmütig – betrachtet und bestaunt. Gefallen fanden die Gäste auch an allen Exponaten zum großen Thema Fritz-Walter und verschlangen ehrfurchtsvoll so manche gelieferte Erläuterung. Danke an dieser Stelle auch an Charlotte Steinhübl für die investierte Zeit sowie die fachliche Begleitung und Kommentierung!

Ehrfurcht beim Blick in die Vergangenheit

Davon waren auch die Bremer Jungs angetan (© no2012)

Anschließend ging es auf nicht alltäglichen und nicht ganz offiziellen Pfaden in den Logenturm Ost, wo die Jungs aus Bremen einen ersten Blick ins Stadioninnere wagen durften. Direkt über dem Werder-Block. Hat ihnen schon irgendwie imponiert den Jungs von der Weser!

Nun aber hurtig noch die eine oder andere Stärkung zu Gemüte führen. Vor allem Flüssiges war angesagt, denn so viel quatschen macht durstig. Auch für die Umtrunk-Etappe gab es von Seiten der rot-weißen Fraktion keine Scheu sich im inneren Tribünenbereich mitten unter die Bremer Fans zu mischen und auch dort weitere Bekanntschaften zu schließen. Viele lebendige und tolle Gespräche wurden geführt und zahlreiche Erinnerungen an alte Zeiten hochgehalten, die auch vielen FCK-Fans vielleicht gar nicht mehr so sehr im Gedächtnis sind.

1990 gemeinsam in Berlin

Sorry, Jungs, da hatten wir die Nase vorne (© no2012)

Leider war an diesem Tag viel mehr nicht mehr drin. Zum Anpfiff der Partie war jeder rechtzeitig in seinem angestammten Block und nach Ende der Partie mussten die Jungs aus Bremen dann doch hurtig zu ihrem Bus. Aber eines ist gewiss – beim nächsten Besuch auf Deutschlands höchstem Fußballberg werden die drei (…und vielleicht der eine oder andere mehr…) auch ein ganzes Wochenende in der Pfalz verbringen. Ideen die gemeinsame Zeit zu gestalten sind bereits reichlich in den Köpfen aller vorhanden. Einzige Vorbedingung, dass der FCK der Liga erhalten bleibt. Aber auch dieser Wunsch wurde uns von Seiten der Anhängerschar von der Weser für die verbleibenden Partien der Rückrunde mehr als dutzendfach mit auf den Weg gegeben. Eines jedenfalls ist sicher, wenn der Klassenerhalt gelingt, sind auch wir in Bremen wieder dabei!

(mg)

Kommentare

Kommentar hinterlassen

Bitte Beachten: Kommentare werden moderiert. Daher kann es zwischen dem Absenden und dem Erscheinen eines Kommentars zu einer Verzögerung kommen. Bitte senden Sie den Kommentar nicht erneut!

Beim Schreiben eines Kommentars bitten wir um die Einhaltung der grundlegenden Regeln des Umgangs miteinander, insbesondere um Beachtung der in Art. 3, GG genannten Diskriminierungsverbote. Ferner erwarten wir, dass in keinem Kommentar Diskriminierungen aufgrund der sexuellen Identität geschrieben werden. Dies erwähnen wir explizit, da dieses Merkmal im Art. 3, GG (noch) keinen Einzug gehalten hat.