Freudentaumel in der Pfalz – Klassenerhalt fast gesichert
30. April 2011 | eingestellt von mg
Der 1.FCK schlägt im Heimspiel den FC St.Pauli mit 2:0 und sichert
vor ausverkauftem Haus das Saisonziel Vierzig-Punkte-Marke
Zum zweiten Mal in der laufenden Saison ein Freitagabend für ein Heimspiel unter Flutlicht. Okay, also wieder früher Büroschluss für das Ritual der farbigen Metamorphose. Erinnerungen an Liga zwei werden wach und verursachen schauderhafte Kopf-Bilder! Bei strahlendem Sonnenschein und kuscheligen Frühlingstemperaturen ging es dann auf die Autobahn. Es war angerichtet und die Hütte restlos ausverkauft. Auch zum vorletzten Heimspiel kollektive Versammlung der Queer Devils vor der Partie in der Halle Nord. Knisternde Spannung im Stadion schon beim Aufwärmen. Die Stimmung auf den Tribünen brodelte heute deutlich früher als sonst. Es ging um etwas. Heute sollte der Sack zugemacht werden und konnte auch der rechnerische Klassenerhalt mit einem Haken versehen werden.
Trainer Marco Kurz änderte die Anfangsformation auf zwei Positionen. Florian Dick musste verletzt pausieren. Für ihn rückte Oliver Kirch in die Mannschaft. Im Mittelfeld wurde Pierre de Wit für Jan Moravek von Beginn an die Schlacht geworfen. Die Roten Teufel nach der Seitenwahl erneut zuerst mit Spielrichtung Westtribüne. Das war neulich schon mal schief gegangen. So ein Mist!
Der 1.FCK vom Anpfiff weg mit Feuer auf dem Rasen. Die ersten vielversprechenden Möglichkeiten in einer lebendigen Anfangsphase jedoch nur aus Standards bei Freistößen. Doch sowohl de Wit als auch Hlousek blieben glücklos. Doch auch der FC St. Pauli versteckte sich nicht. Die Hanseaten mussten eigentlich punkten, wollte man nicht sang- und klanglos auf dem Bodensatz der Tabelle kleben bleiben.
Nach 20 Minuten wurden die Kiez-Kicker auch gefährlicher und Kevin Trapp musste all sein Können aufbieten, um einen satten Schuss von Charles Takyi abzuwehren. St.Pauli nun mutiger und zunehmend gefährlicher. In der nächsten Situation bekommt die Lauterer Defensive die Kugel nicht aus dem Strafraum und gleich drei Hamburger haben die Führung auf dem Fuß, treffen aber nicht. Aufatmen auf den Rängen.
Doch im Gegenzug endlich die erlösende Führung für den 1.FCK. Leon Jessen mit Tempo über die linke Seite, fast von der Grundlinie die Flanke vor das Hamburger Tor und in der Mitte setzt sich Christian Tiffert durch und köpft zum 1:0 ein (28.). Das Stadion stand nun Kopf, grenzenloser Jubel auf allen Tribünen! Doch die Hamburger blieben auch vor dem Halbzeitpfiff weiter bissig und gefährlich und sowohl Gerald Asamoah (40.) als auch Kruse (43.) hatten den Ausgleich auf dem Fuß, fanden jedoch im glänzend aufgelegten Kevin Trapp ihren Meister.
Nach dem Wechsel waren die Hamburger Kult-Kicker weiter um den Ausgleich bemüht und brachten die Abwehrreihen der Roten Teufel ein ums andere Mal in Verlegenheit. Doch trotz wackliger Defensivarbeit, die Hamburger blieben schlussendlich zu ungefährlich und nach gut einer Stunde kam auch der 1.FCK wieder zu Chancen. So ging ein Schuss von Christian Tiffert aus spitzem Winkel nur knapp am langen Pfosten vorbei (63.). Es war dann auch Christian Tiffert, der eine Flanke von Adam Hlousek direkt nahm. Nur eine Glanztat des Hamburger Keepers verhinderte den Ausbau der Führung (68.).
Doch eine Minute später war es soweit. Tiffie schlug eine Ecke scharf in den Strafraum. Mathias Abel flog förmlich energisch zur Flugrichtung des Balls zum Kopfball hoch und versenkte das Leder unhaltbar im Hamburger Tor! Das Fritz-Walter-Stadion schien zu explodieren! „Nie meeeehr zweite Liga!“ skandierte es von allen Tribünen herunter, die LaOla-Welle wogte minutenlang durch das Stadion.
Die Schlussminuten waren im Grunde nur noch Dauerparty! Der eingewechselte Marius Ebbers hatte zwar in der 81. Minute noch eine Chance den Anschlusstreffer für die Hamburger zu erzielen, doch auch diese Bemühung führte nicht zum Erfolg. Es blieb für den 1.FCK beim verdienten 2:0 Sieg. Nach dem Abpfiff lagen sich die Fans kollektiv in den Armen. Die Mannschaft feierte ausgelassen auf dem Rasen und bedankte sich bei den Fans mit einem übergroßen Spruchband für die grandiose Unterstützung bei allen Heim- und Auswärtsspielen.
Um auch rechnerisch den Klassenerhalt zu hundert Prozent zu sichern, hätte jedoch Wolfsburg nicht in Bremen gewinnen dürfen. Es blieb an der Weser allerdings beim 0:1-Auswärtssieg der Volkswagen-Truppe, aber das tat der Feierlaune im Fritz-Walter-Stadion keinen Abbruch. Man war sich viel mehr einig, am kommenden Samstag machen wir eben in Niedersachsen auch den Rechen-Sack zu. Vor allem weil gegen “Golfsburg” ja eigentlich noch eine Scharte auszuwetzen wäre. Lassen wir’s krachen am kommenden Wochenende!
Doch vor der zähen Fahrt in die niedersächsische Automobil-Metropole sollte gestern Abend erst einmal stimmungsvoll das Erreichen des Saisonziels begossen werden und so ging es auch in den Reihen der Queer-Devils in der Halle der Nordtribüne noch lange feucht-fröhlich zu. Auch dank Ratinho, Norbert Thines und zahllosen Freunden des Fan-Clubs. So manches Stimmband-Paar dürfte tags drauf die Arbeit nicht gleich so ganz wieder aufgenommen haben!
(mg) / Bilder, Thomas Füssler (© thof 2011)




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