Hammer in der Nachspielzeit – Erinnerungen an alte Betze-Zeiten
14. März 2011 | eingestellt von mg
Der 1.FCK fährt gegen den SC Freiburg ersten Sieg in 2011 ein
26. Spieltag der Fußball-Bundesliga, frühlingshaftes Wetter . 41.015 Besucher finden den Weg ins Fritz-Walter-Stadion und wollen endlich den ersten Sieg ihrer Roten Teufel im Jahr 2011 sehen. Der 1.FCK ging gegen die Breisgauer mit veränderter Aufstellung gegenüber dem Frankfurt-Spiel auf den RTasen. Tobias Sippel fehlte grippekrank und wurde erstmals in der Saison bei einem Punktspiel durch Kevin Trapp ersetzt. Srdjan Lakic musste wegen einer Fußverletzung pausieren. Dafür agierte Marco Kurz in der Offensive mit Erwin „Jimmy“ Hoffer und Adam Nemec mit gleich zwei Sturmkräften. Außerdem war auch Ivo Illicevic wieder genesen und sollte in gewohnter Manier das Flügelspiel beleben.
Die Roten Teufel agieren von Anfang an konzentriert und druckvoll und kam bereits in den ersten Minuten zu nennenswerten Möglichkeiten. Dabei halfen zunächst Standardsituationen, aber die gefährlichen Freistöße getreten durch Adam Hlousek brachten nichts ein (4., 11.). Der SC Freiburg zeigte in den ersten Minuten wenig gefährlichen Druck nach vorne, stand aber glänzend in der Deckung und machte immer wieder die Räume eng. Nach den ersten lebhaften Minuten verflachte die Partie zusehends. Doch in der 21. Minute bis dahin verkehrte Welt. Der SC Freiburg führte von halblinks einen Freistoß aus, der hohe Ball schwebte in den Sechzehner. Adam Nemec ging zum Kopfball hoch und der verunglückte Abwehrversuch ging sprichwörtlich nach hinten los. Knapp neben dem linken Pfosten schlug der Ball unerreichbar für Kevin Trapp im Netz ein. Führung für die Breisgauer!
Der 1.FCK antwortete wütend doch mit wenig Fortune. In der 25. Minute dann heillose Aufregung. Eine Flanke in den Strafraum der Freiburger nahm Ivo Illicevic auf und hämmerte den Ball an den Pfosten. Der Abpraller fiel Florian Dick vor die Füße, doch sein satter Schuss verfehlte das Tor und strich knapp über die Querlatte. Viele Angriffsbemühungen der Roten Teufel endeten leider auch immer wieder in der vielbeinigen Freiburger Abwehr.
Doch in der 34. Minute war es dann soweit. Nach einer Flanke von Adam Hlousek bringt Ivo Illicevic ein Zuspiel auf Adam Nemec, der nur noch den Fuß hinhalten muss und den Ball neben dem linken Pfosten im Netz unterbringt – 1:1! Der FCK blieb weiter am Drücker und hätte kurz vor dem Halbzeitpfiff durch einen Kopfball von Matthias Abel in Führung gehen können. Doch auch Florain Dick und Ivo Ilicevic konnten mit ihren Nachschüssen das Resultat nicht mehr verbessern. Seit der Führung der Freiburger war von deren Angriffskünsten nicht mehr viel zu sehen. Lediglich in der 37. Minute konnte Demba Cissé mit einer gekonnten Einlage Kevin Trapp beinahe überwinden.
Doch eben dieser Cissé sorgte kurz nach dem Wiederanpfiff für eine Schrecksekunde auf Seiten der Lauterer. Doch Kevin Trapp konnte den Schuss des frei vor ihm auftauchenden Senegalesen parieren. Die Partie gewann nun an Farbe, da auch die Freiburger mehr für ihre Offensive taten. Immerhin war es erklärtes Ziel des Freiburger Coachs hier heute etwas Zählbares mitnehmen zu wollen und die 40-Punkte Marke zu knacken. So hatten Jimmy Hoffer auf der einen Seite (58., 75.) und Cissé auf der anderen Seite Möglichkeiten den Führungstreffer zu markieren. Marco Kurz wechselte zehn Minuten vor dem Ende mit Ilian Micanski für Adam Nemec noch einen zweiten Stürmer ein. Die Zeit schien aber beiden Teams davon zu laufen. So kam Christian Tiffert in der 81. Minute noch einmal zu einem gefährlichen Schuss aus der Distanz. Aber auch die Freiburger hatten noch zwei glänzende Möglichkeiten durch Mujzda (87.) und Cissé (90.). Als die Nachspielzeit von lediglich zwei Minuten angezeigt wurde, fanden sich die meisten Zuschauer im Fritz-Walter-Stadion schon damit ab. Das dritte Remis in Folge würde den FCK wohl nicht entscheidend aus der argen Abstiegsbedrängnis befreien.

Erwin Hoffer verhilft mit seinem Last-Minute-Hammer dem FCK zum ersten Sieg in der Rückrunde (© thof)
Ein allerletzter Angriff über die rechte Außenbahn. Florian Dick – heute wieder einer der konzentriertesten, engagiertesten und aggressivsten – flankte den Ball von halb rechts weit in der Freiburger Strafraum. Dort landete die Kugel direkt vor den Füßen des leicht bedrängten Erwin „Jimmy“ Hoffer und dieser fackelte nicht lange und drosch den Ball eisenhart unter die Latte ins Netz! Das Fritz-Walter-Stadion schien mit einem kollektiven Jubelschrei zu explodieren! Wie zu alten Zeiten – nie aufgeben und druckvoll spielen, bis der Schiri wirklich abpfeift. Die Zuschauer lagen sich in den Armen und man spürte in jeder Ecke des Stadions die Erleichterung um diesen lang ersehnten Sieg. Ein Sieg für das Punktekonto, ein Sieg für die Moral und für das Selbstbewusstsein. Die Mannschaft hat sich diesen Dreier redlich verdient, denn sie hat ihn sich hart erarbeitet und erkämpft. Nicht immer mit ansehnlichem spielerisch herausragendem Fußball, aber mit dem sichtbaren Willen dieses Match als Kollektiv gewinnen zu wollen.
Die Euphorie und der Jubel erhielten dann noch weiteren Nährboden und jagten als unüberhörbarer Freudenschrei über die Stadt als die Ergebnissee der von den anderen Plätzen verkündet wurden. So hatte Schalke 04 kurz vor Spielende (88.) Minute noch den Siegtreffer gegen Eintracht Frankfurt erzielen können und so gelang auch dem FC Nürnberg in der Nachspielzeit der Siegtreffer in Wolfsburg! Zwei direkte Konkurrenten also patzten an genau dem Tag, an dem beim FCK der Knoten geplatzt war! Ein toller Fußballnachmittag.
Nach der letzten Samstagpartie (SV Werder Bremen – Bor. M’gladbach 1:1) und der gestrigen für den FCK bedeutungsvollen Sonntagspartie (St.Pauli – VfB Stuttgart 1:2) finden sich die Roten Teufel nach Abschluss des 26. Spieltages mit 28 Punkten auf Platz 14 der Tabelle wieder. Am kommenden Freitag geht es nun zum Bökelberg in Gladbach, wo ein weiterer Mitkonkurrent im Abstiegskampf wartet. Doch das Team um Marco Kurz hat nicht den geringsten Anlass sich dort zu verstecken. Der Abstiegskampf hat nun erst richtig begonnen – wir sind vorbereitet!
(mg)
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Hallo Mister MG,
wusste gar nicht,dass Du auch Talent als Sportjournalist hast.
Gut getroffen.
H.G.,M.A.