Blatter´s Wortkatar

14. Dezember 2010 | eingestellt von gk

Die Entscheidung für Katar als Austragungsort für eine Fußball WM ist sicher nicht erst nach den warnenden Worten an Schwule Fußballfans durch FIFA-Präsident Blatter auf breite Verwunderung gestoßen.

Ich erinnere mich dass man auch zur WM in Deutschland eine besondere Warnung aussprach. ´Im Osten unseres Landes könnten Ausländer von Nazis verprügelt werden, darum sollte man diese neuen Bundesländer meiden.` Das es Vorfälle dieser Art während der Fußball WM 2006 in Deutschland gegeben hat, ist mir nicht bekannt. Ebenso wenig bekannt ist mir das Blatter vor ungeschütztem Geschlechtsverkehr zur WM in Südafrika gewarnt hätte. Südafrika ist immer noch ein Land wo der HI-Virus viel Leid verursacht, mehr als es dieses Land auf Dauer verkraften könnte und dort ist es noch nie ein Problem gewesen was insbesondere schwule Männer beträfe.
Was soll man nun aus dieser Empfehlung von Herrn Blatter als schwuler Fußballfan interpretieren? Etwa: Man hat nun endlich erkannt, dass es auch homosexuelle Fan dieses Ballsports gibt. – oder – Homosexuellen Fans gilt ein besonderer Schutz. – oder – Die Wahl des Austragungsortes nicht unbedingt daran gemessen wird, wie man dort mit Minderheiten umgeht, oder gar Menschenrechte achtet und diese gar religiösen Sichtweisen geopfert werden.
Lieber Herr Blatter bis die WM 2022 stattfindet kann noch viel geschehen und wenn sie hier ein Problem sehen, was Menschenrechte von Homosexuellen Menschen angeht, dann mal ran an die Arbeit und sehen dass jeder Fan ohne Gefahr durch mittelalterlichen Rechtsauffassungen hinter Gitter landet oder gar zum Tod (wie dies im Iran noch möglich ist) verurteilt wird.
Sollte ihnen dies zu schwierig erscheinen, müssten sie sich überlegen ob nicht England doch die bessere Wahl gewesen wäre? Den Vorwurf dass sie dem Geld unseren geliebten Fußball opfern, mussten sie sich ja schon gefallen lassen. Kommt jetzt auch noch der Vorwurf sie opfern Menscherechte dem Geld?
Als homosexueller Mensch bekommt man all zu oft die Beschimpfung Perverser zu hören, sie können sich vorstellen dass man eine Entscheidung Fußball bei 40-50 C° spielen zu lassen auch als pervers bezeichnen könnte. Von dem was einem sonst noch erwarten könnte mal abgesehen.
Mein lieber Sepp Blatter, wo willst du mit dem Fußball den eigentlich hin und um welchen Preis?

…aber Seppel diesen Fettnapf hätte man mit einer Aussage ähnlich dieser einfach umgehen können. „ Wir bitten alle Fans die in Katar herrschenden Sitten so wie Gesetze zu achten.“  Diese Empfehlungen könte man als Merkblatt beim versenden der Tickets mitliefern.
Homosexuelle Menschen wissen wo sie willkommen sind und wo nicht und reisen meist weniger gedankenlos durch die Welt, wie dies heterosexuelle Menschen tun und auch was ihre sexuelle Prägung angeht auch tun können.

Kommentare

Ein Kommentar zu “Blatter´s Wortkatar”

  1. gk sagt:

    Pressemitteilung der Queer Football Fanclubs

    Queer Football Fanclubs fordern Sepp Blatter zu klaren Worten gegen
    Homophobie auf!

    Seitdem sich Sepp Blatter, Präsident der FIFA, öffentlich zum Thema
    Schwule und Lesben und deren Auftreten bei den Fußball Weltmeisterschaften
    in Katar 2022 äußerte, grummelt es an der Basis der Fanorganisation Queer
    Football Fanclubs (QFF).
    Bislang hat sich das weltweit größte Netzwerk schwul- lesbischer Fußball-
    Fanclubs bedeckt gehalten. Die Vergabe der WM 2022 an das kleine Land im
    Nahen Osten hatte schon genügend Ärger und Besorgnis in der
    Fußballfanszene hervorgerufen. Besonders unter Berücksichtigung der Nicht-
    Einhaltung der Menschenrechte fragen sich viele Fans nach den Gründen für
    die Vergabe an Katar. Ausdrücklich beteiligte sich QFF aber nicht an dem
    Boykott- Aufruf der britischen Homosexuellenorganisation Gay Football
    Supporters’ Network (GFSN), die sich Sorgen um die Unversehrtheit der
    homosexuellen Sportler und Fans machte.
    Sosehr der Aufruf auch berechtigt ist, die Ängste nachvollziehbar sind:
    denn in Katar herrscht die Scharia und die Strafen für homosexuelle
    Handlungen – egal welchen Geschlechts – reichen von fünf Jahren Gefängnis
    bis zu 90 Peitschenhieben! Auch Schwule und Lesben aus dem Ausland
    unterliegen dem Strafgesetzbuch.

    Doch nun ließen die Aussagen, die der Präsident der FIFA, Sepp Blatter,
    laut Press Association, bei einer Nach- WM- 2010- Veranstaltung in
    Johannesburg äußerte, die Wogen erneut hochschlagen. Als er zu Besuchen
    homosexueller Fans befragt wurde, soll er gescherzt haben: „Dann sollten
    sie in der Zeit sexuelle Handlungen eben unterlassen!“
    Diese Aussage des höchsten Repräsentanten des Weltfußballes hat jedoch das
    Maß des Erträglichen deutlich überschritten!
    Zwar ist die FIFA eine Organisation, die sich immer gegen Rassismus und
    Diskriminierung ausspricht, dennoch ist Blatters Aufruf zur Leugnung der
    sexuellen Identität unerträglich.
    Deshalb bittet QFF um eine klare Stellungnahme seitens der FIFA und regt
    an, dass man in diesem Zuge auch den Artikel 58 1a.) in den FIFA-
    Regularien, der sich gegen Diskriminierung wendet, um den Passus „sexuelle
    Identität“ erweitert.

    Dirk Brüllau
    Pressesprecher der Queer Football Fanclubs
    http://www.queerfootballfanclubs.com

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