Ein Osterei in der Vorweihnachtszeit
5. Dezember 2010 | eingestellt von mg
Der 1.FCK verliert durch ein Eigentor in St.Pauli
Ein Auswärtsspiel im hohen Norden – für unser Gründungsmitglied Carsten ein Heimspiel. Doch für unseren gebürtigen Niedersachen und Wahlhamburger mit Lauterer Herzblut gab es anders als bei den letzten Partien der Roten Teufel auf dem Hamburger Kiez in diesem Jahr keinen Grund zur Freude.
Mit den Vorschusslorbeeren von 7 Punkten aus den drei letzten Partien waren die Lauterer am 15. Spieltag an die Elbe gereist. Immerhin begleitet von rund 3.000 Fans – wohlgemerkt, an einem Freitagabend! Einfach immer wieder schade, wenn die Mühen so vieler dann am Ende nicht honoriert werden oder werden können. Aber so ist das mit der Liebe zum eigenen Verein. Die einen leben weit ab vom heimischen Stadion und sind dann froh ihre Lieblinge wenigstens ein oder zwei mal pro Saison in erreichbarer Nähe zu wissen, andere nehmen hunderte von Kilometern auf sich, opfern viel Zeit und investieren viel Herzblut!
Marco Kurz schickte die Mannschaft aus der Partie gegen den FC Schalke in unveränderter Aufstellung aufs Feld. Bei Minusgraden auf dem schneefreien Grün des umgebauten Millerntor-Stadions entwickelte sich von Anfang an ein eher krampfhaftes Spiel. Auf Lauterer Seite nichts zu sehen von dem flüssigen Kombinationsfußball der letzten Wochen. Etliche Fehlpässe ließen insbesondere die Lauterer Spitze Srdjan Lakic weitestgehend stumpf bleiben.
Die erste nennenswerte Aktion auf Lauterer Seite, dann auch erst in der 16. Minute. Nach feiner Hacken-Vorarbeit von Florian Dick flankte Christian Tiffert auf Ivo Illicevic dessen Fallrückzieher nur knapp das Hamburger Gehäuse verfehlte.
St. Pauli in der Folge besser im Spiel. Torhüter Sippel hatte eindeutig mehr Arbeit als sein Gegenüber. Vor allem nach einem 30-Meter Freistoß von Lehmann, den der Lauterer Keeper aber eliminieren konnte. Der noch warme Ball der Paulianer sorgte dennoch für höchste Not im Lauterer Strafraum.
Halbzeit eins insgesamt eher verkrampft mit leichten Vorteilen für die Heimmannschaft. Die Lauterer taten einfach zu wenig um auch von Spielanlage und Körpersprache zu signalisieren – wir wollen hier heute drei Punkte mitnehmen.
Halbzeit zwei begann dann mit einem Schock. In der 48. Minute Freistoß für St. Pauli durch Kruse, Christian Tiffert köpft und der Ball landet unhaltbar für Tobi Sippel unglücklicherweise im eigenen Netz. Der mit 24.377 Zuschauern ausverkaufte Kiez nun aus dem Häuschen, der Lauterer Unglücksrabe nahezu untröstlich. Die Lauterer Elf erst jetzt viel engagierter. Aber die Jungs taten sich nun schwer gegen die leidenschaftlich verteidigenden Hamburger, die sich weit in die eigene Hälfte zurückgezogen hatten und auf Konter lauerten.
Doch auch das engagiertere Spiel des 1.FCK vermochte keine wirklich guten Aktionen hervorbringen. Gefährliche Szenen vor dem Hamburger Tor sehen anders aus! Die aussichtsreicheren Chancen eher auf Seiten der Hamburger doch Tobias Sippel konnte auch gegen Hennings und Lehmann parieren. Zehn Minuten vor dem Ende dann die nächste Ernüchterung, als Srdjan Lakic sich seine fünfte gelbe Karte einfing und damit zur Heimpartie gegen den VfL Wolfsburg am nächsten Samstag pausieren muss. Bitter!
In der Schlussphase kamen noch Jimmy Hoffer, Ilian Micanski und Adam Nemec für Rivic, Illicevic und Tiffert. Doch auch diese frischen Reserven konnten den Spielverlauf noch nachhaltig beeinflussen oder gar hochkarätige Torgelegenheiten herausarbeiten. So blieb es bis zum Abpfiff beim knappen 1:0 für die Hamburger. Der 1.FCK ist wieder zurück im Liga-Alltag, der Abstiegskampf geht weiter. Aber auch dadurch lassen sich 3.000 Anhänger und schon gar nicht unser Hamburger Queer Devil Carsten entmutigen. Haken an die Partie, Fresse abputzen und am Samstag geht’s weiter!
(mg)

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