Nach Magerkost – Feiertag mit drei fetten Fohlenschnitzeln!

1. November 2010 | eingestellt von mg

Der 1.FCK fährt drei wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt ein

Jaaaa!! Explosion nach der Durststrecke (© thof)

Feiertag am Betzenberg! Der 1.FC Kaiserslautern hat in der Bundesliga nach fünf Niederlagen in Folge endlich wieder drei Punkte eingefahren! Am Samstag wurde die Elf von Michael Frontzek mit 3:0 auch in der Höhe hochverdient besiegt. Während Borussia Mönchengladbach durch die Niederlage die Rote Laterne übernahm und nun Tabellenschlusslicht ist, konnte der 1.FCK seinen Tabellenplatz leicht verbessern und steht nun auf Rang 14. Grund genug also zu feiern. Doch zu feiern gab es am Samstag im Fritz-Walter-Stadion neben den drei Punkten noch einiges mehr. Immerhin 49.167 Zuschauer pilgerten auf Deutschlands höchsten Fußballberg. Also fast ausverkauftes Haus. Stattlich, bedenkt man, dass in der Punkteausbeute in den letzten sieben Partien lediglich ein Zähler zu Buche stand und auch die Torausbeute im gleichen Zeitraum mit lediglich 5 Treffern gegenüber 17 Gegentoren doch eher mager ausgefallen war.

Auch das Pfälzer Publikum demzufolge ein Grund zu feiern. Die Fangemeinde honoriert in Scharen die ansehnliche Spielweise der jungen Mannschaft, der bisher lediglich zu oft das Erfolgserlebnis fehlte. Selbst bei Auswärtsspielen reibt sich der geneigte Betrachter verwundert die Augen über den Zuspruch der Fans der Roten Teufel.

So auch am Samstag bei der wichtigen Partie gegen Borussia Mönchengladbach. Die feierten dann auch schon vor Spielbeginn den Jubilar des Tages. Stefan Kuntz wurde 48 und durfte sich ein Geburtstagsständchen abholen, das die Fischerchöre nicht hätten besser darbieten können. Quantitativ schon gar nicht. Happy Birthday, Stefan!

Feierstimmung auch aus anderem Anlass schon vor dem Match. Der 90. Geburtstag unseres unsterblichen Idols Fritz Walter stand an. Der Verein bietet dazu ein Sondertrikot an, das in limitierter Zahl (9.090 Stück) zu Ehren Fritz Walters seit Samstag erhältlich ist. Auch die Mannschaft lief am Samstag in Sondertrikot (ohne Brustwerbung) auf. Gelungene Aktion! Mit verschiedenen Spruchbändern und einer kleinen Choreo gedachten auch die Fans des guten alten Fritz. Viele übrigens pilgerten schon vor Anpfiff der Partie zum Friedhof zur Grabstätte von Fritz Walter.

Doch nun zur Begegnung gegen die Gladbacher Fohlen. Marco Kurz baute sein Team auf drei Positionen um. Erstmals seit ihrer schweren Langzeitverletzung spielten Pierre de Wit und Mathias Abel von Anfang an, Ilian Micanski stand ebenfalls erstmals in der Saison in der Anfangsformation.

Rückhalt der Mannschaft - die Fans des 1.FCK (© thof)

Der FCK übernahm früh die Initiative und bereits in der 9. Minute unterstrich Srdjan Lakic mit einem gefährlichen Kopfball, der am linken Tordreieck vorbeizog, dass die Roten Teufel dort anknüpfen wollten, wo sie am Dienstag im DFB-Pokal gegen Bielefeld aufgehört hatten, nämlich Offensivfußball zu arbeiten und nicht nur Torgefährlichkeit auszustrahlen, sondern diese auch in Zählbares umzusetzen. Doch Halbzeit eins war wieder ein Spiegelbild der vorangegangenen Partien. Während die Gladbacher erst beim Stand eines Eckenverhältnisses von 7:0 zugunsten der Roten Teufel erstmals überhaupt nennenswert vor das Tor von Tobi Sippel kamen, hätten die bis dahin zu Buche stehenden Chancen der Lauterer Mannschaft ausgereicht zwei Spiele zu entscheiden.

Mit 0:0 ging es in die Pause, aus der die Lauterer erwartungsgemäß mit dem gleichen Tatendrang wieder auf dem Platz erschienen. Doch in der 51. Minute hätte ein kleiner Fehler Jiri Bileks den bisherigen Spielverlauf beinahe komplett auf den Kopf gestellt. Marco Reus war auf halbrechts durch. Den Abpraller zu der glänzenden Parade von Tobi Sippel hätte Idrissou lediglich einschieben müssen, aber aus acht Metern Distanz drückte er den Ball am leeren Tor vorbei. Glück für die Feierlaune!

Torschütze zum 2:0 - Adam Nemec (© thof)

Der FCK schien leicht geschockt, behielt aber die Initiative. Erst ab der 60. Minute ergaben sich wieder nennenswerte FCK-Chancen wie durch Bilek oder Lakic (61.). Doch zehn Minuten später sollte die Beharrlichkeit der Lauterer Elf endlich belohnt werden. Christian Tiffert führte nach einem zunächst misslungenen Angriff auf halbrechts den Ball, zog entschlossen nach innen und zog aus knapp 20 Metern mit links ab. Der Ball passte – genau neben den linken Pfosten und zwar ins Netz! Ein Traumtor! Nun war der Bann gebrochen, nun war der Hexenkessel eröffnet!

In der 74. Minute wechselte Marco Kurz den emsigen Micanski gegen Adam Nemec aus. Der slowakische Sturmtank sorgte auch sogleich für frischen Wind im Angriffsspiel der Lauterer – und für die Vorentscheidung. In der 83. Minute ein schönes steiles Zuspiel von Alexander Bugera in den Laufweg von Nemec, der sich im Sprintduell gegen den Gladbacher Abwehrspieler behaupten konnte und mit Entschlossenheit und Wucht an Heimeroth vorbei das 2:0 markierte. Tor für den 1.FCK als Lohn für das was in den zurückliegenden Wochen bisweilen gefehlt hatte – die Eindeutigkeit der Körpersprache das Ding einfach machen zu wollen! Geht doch!

Den Schlusspunkt markierte dann Srdjan Lakic den ein Zuspiel von links durch einen Abwehrfehler des Borussen Filip Daems doch noch erreichte. Unbedrängt konnte der Stürmer aus fünf Metern Entfernung den Ball zur 3:0 Führung einschießen.

Schlusspunkt - 3:0 durch Srdjan Lakic (© thof)

Der Rest der Partie war für die Kulisse, die dann auch die Borussen gebührend verabschiedete. Ein Meer aus Taschentüchern auf allen Tribünen! Ein Bild das wir uns bei den Heimspielen ab der 85. Minute viel öfter wünschen würden! So war auch die Schlusssequenz im weiten Rund und auf dem grünen Rasen wieder nur Feiern – die Fans mit der Mannschaft, die Mannschaft mit den Fans..alle mit allen! Ein Aspekt und Anblick übrigens über den auch wir Queer Devils unten in den Katakomben noch diskutierten. Hier oben ist wieder eine Einheit entstanden, eine Einheit zwischen Fans und den Protagonisten auf dem Rasen und an den Schreibtischen. Selbst die vom Ergebnis mageren Partien der letzten Wochen hatten daran nichts geändert. Hoffen wir, dass diese Konstellation noch lange so bleibt…in guten wie in schlechten Zeiten!

(mg)

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