Cottbus und Wollitz ade – der nächste bitte!

14. März 2010 | eingestellt von mg

Der 1.FCK gewinnt sein Heimspiel gegen Cottbus souverän mit 4:1

1.FCK-Energie Cottbus 4:1

Die Statistik sollte Recht behalten. Der 1.FC Kaiserslautern avanciert nun endgültig zum Angstgegner des FC Energie Cottbus, der gegen den Pfälzer Traditionsclub scheinbar nicht gewinnen kann. Auch im achten Anlauf schafften es die Lausitzer nicht, gegen die Roten Teufel zu bestehen. Mit der heutigen Partie lautet die Gesamtbilanz nunmehr 7 Lauterer Siege, ein Unentschieden, bei insgesamt 22:4 Toren.

Pele Wollitz, der Trainer von Energie Cottbus, einst in Diensten des FCK und als Mann der lauten Worte bekannt, relativierte denn auch bereits vor der Partie, man anerkenne die Konstanz und Souveränität der Leistung des 1. FCK über den Verlauf der gesamten Saison. Doch gewisse Chancen würde man sich schon ausrechnen.

33.405 Zuschauer sahen ein spannendes Spiel

Noch in der Vorrunde waren auch hier die Töne lauter, gehörte doch zum Hinrunden-Spiel die Lausitzer Elf gewiss zum gedanklich erweiterten Kreis der Aufstiegsaspiranten. Den heutigen Spielverlauf indessen, hätte sich Pele Wollitz sicher ein wenig anders vorgestellt. Insgeheim hätte er liebend gerne einen oder alle drei Punkte mitgenommen. Doch der Reihe nach.

Endlich mal wieder ein trockener Heimspieltag mit Temperaturen, die einen Hauch von Frühling vermittelten. Man durfte auch im Vorfeld der Begegnung im Umfeld des Stadions so etwas wie eine heitere gelassene Stimmung vernehmen. Immerhin 33.405 Besucher pilgerten zu der ungeliebten Anstoßzeit am 26. Spieltag ins Fritz-Walter-Stadion. Sicher nicht von Pappe. Dennoch spürt man mit jedem weiteren Spieltag beim Gros der Fans die Sehnsucht nach „mehr“, nach der 1. Liga und den endlich wieder großen Namen.

Konzentration auch auf der Bank

Auch wenn in den vergangenen Jahren die Lausitzer sicher auch in Liga eins bisweilen für Furore sorgten, aber wer ist schon Cottbus, wenn auf dem Spielplan so klangvolle Namen wie der Hamburger SV, der FC Bayern München oder der FC Schalke 04 stehen könnten  – und mit Verlaub, wer ist Pele Wollitz, wenn es auf der Gästeliste zweifelsfrei attraktivere Namen für die Trainerbank und eben auf dem Mannschaftsbogen zu lesen gäbe?

Die verkrampfte Partie gegen den FSV Frankfurt schien vor dem heutigen Spiel zwar in den Köpfen der meisten Fans noch präsent. Doch genau dieses Spiel vom vergangenen Wochenende aus eben diesen Köpfen wieder herauszubekommen, dafür sollte das zweite Heimspiel in Folge doch gerade Recht kommen, oder?

Rodnei gewohnt konsequent

Die Westtribüne war zwar heute wieder nicht ganz ausverkauft, aber schon früh gut gefüllt. Auf ganzer Breite ließ auch die stimmgewaltige Wand hier von Anfang an keine Zweifel – dies ist unser Wohnzimmer und hier nimmt keiner einfach so Punkte mit, schon gar nicht der FC Energie Cottbus oder ein Pele Wollitz!

Zwei Änderungen nahm Marco Kurz gegenüber der Partie gegen Frankfurt vor. Adam Nemec stürmte wieder neben Erik Jendrisek an Stelle von Srdjan Lakic und Markus Steinhöfer ersetzte den flinken Ivo Ilicevic im Mittelfeld. Der 1.FCK begann druckvoll und schon nach knapp drei Minuten die erste Chance, doch Adam Nemec kommt an die scharf hereingegebene Flanke von Markus Steinhöfer nicht heran.  Noch in der dritten Minute die erste Ecke für den FCK. Die Hereingabe erwischt Nemec, trifft jedoch die Unterkante der Latte, den Nachschuss setzt Martin Amedick ebenfalls an die Latte und den erneuten Abpraller versenkt Rodnei dann im Netz der Lausitzer 1:0!

So sehen Sieger aus!

Die Gäste ob der Führung zwar kurz geschockt, doch in der Folge beginnt nun eine starke Viertelstunde der Mannschaft von Pele Wollitz, die mit druckvollem und aggressivem Spiel auf den Ausgleich drängt. Vor allem Tobias Sippel war es in dieser Phase der Partie zu verdanken, dass die Lausitzer nicht egalisierten oder gar in Führung gegangen wären. Die Chancen waren da. So prüfen Petersen (12.) und Shao (18.) den Lauterer Keeper aus aussichtsreichen Positionen. Doch Sippel reagiert mit exzellenten Paraden!  Die Zuschauer sehen nun eine spannende Partie. Schnelles und geradliniges Spiel Richtung gegnerisches Tor von beiden Mannschaften. Doch die Cottbuser haben zu diesem Zeitpunkt mehr von der Partie, erarbeiten sich die klareren Chancen.

In der 24. Minute tankt sich Erik Jendrisek von halblinker Position in den gegnerischen Strafraum, wird von zwei Gegenspielern bedrängt und fällt. Schiedsrichter Kempter zögert keine Sekunde und zeigt auf den Punkt. Sidney Sam legt sich den Ball zurecht, schickt den Torwart in die Ecke und verwandelt mit abgebrühter Lässigkeit rechts unten – 2:0! Coole Rotznase!

Steinhöfer, Dick, Jendrisek (v.l.)

Die Gäste nun deutlich mehr geschockt als nach dem ersten Treffer. Doch ihre Bemühungen gehen weiter Richtung Tor und dies mit deutlich härterem Spiel als noch zu Beginn der Begegnung. Doch in der 39. Minute dann sozusagen schon die Entscheidung. Eine Hereingabe von Steinhöfer erreicht den im Strafraum völlig unbedrängten Sidney Sam, der den Ball ins rechte Eck ballert – 3:0! Mit diesem beruhigenden Ergebnis ging es nach 45 Minuten dann auch in die Kabine.

In Halbzeit zwei geben zunächst die Lausitzer den Ton an. Klar, sie müssen was tun, wenn sie hier heute nicht untergehen wollen. Doch die Lauterer Abwehr steht auch am heutigen Tag sicher und souverän. Es dauert knapp eine Viertelstunde ehe der FCK wieder deutlich mehr das Heft in die Hand nimmt. Markus Steinhöfer bringt den Ball scharf aufs Tor, doch Gerhard Tremmel fischt das Leder aus der rechten oberen Ecke (59.). In der 61. Minute dann die endgültige Entscheidung. Wieder eine Hereingabe von rechts durch Sidney Sam, Erik Jendrisek steigt hoch und köpft unhaltbar ein – 4:0!

Jubel nach dem 4:0

Nach dem vierten Treffer nimmt der FCK ein paar Minuten das Tempo raus und die unermüdlichen Cottbuser arbeiten sich immer wieder in Richtung Lauterer Tor. In der 69. Minute dann eine unglückliche Situation durch Georges Mandjeck, der seinen Gegenspieler im Strafraum für alle im Stadion sichtbar etwas unbeholfen um rempelt. Den fälligen Strafstoß verwandelt Kruska souverän 4:1!

Doch damit war es dann mit der Herrlichkeit vorbei. Der 1.FCK kontrollierte das Spiel souverän und gelassen, auch wenn in den Schlussminuten Tempo und Kampf auch der Konzentration ein wenig Tribut zollten. Trotzdem blieb der 1.FCK auch bei Standards immer brandgefährlich und brachten auch die in Halbzeit zwei eingewechselten Srdjan Lakic (61. für Nemec), Dragan Paljic (70. für Jendrisek) und Manuel Hornig (84. für Bilek) frischen Wind und immer wieder neue Gefahr für das Cottbuser Tor. Zudem schickte Kempter den Cottbuser Jula nach Foul an Rodnei mit Ampelkarte vom Platz.

Gelb-Rot für Jula in der 75. Minute

Die letzte Viertelstunde mussten die Gäste also mit einem Mann weniger überstehen. Die Schlussminuten gehörten dann ohnehin den Fans, die mit euphorischem Spaß minutenlang die LaOla Welle im Tribünen-Geviert zelebrierten und die dann kurz vor Ende der Partie mit einem illustren Bild mittels zigtausender Papiertaschentücher den FC Energie Cottbus artig verabschiedeten!

Die gelassene Heiterkeit, die schon vor der Partie herrschte, mündete nun in eine ausgelassene Feier, der auch wir uns nicht enthalten wollten. Die Queer Devils waren heute in Höchstbesetzung dabei, um dem neuerlichen Scheitern der Gäste aus dem Osten der Republik beizuwohnen. Also auch zufriedene Gesichter in unseren Reihen und so fiel das Nacharbeiten der Partie unten in der Halle der Nordtribüne erheblich gelassener aus, als noch vor Wochenfrist an gleicher Stätte.

Souveräne Leistung - Schiedsrichter Robert Kempter

Noch eines gilt es zur heutigen Partie anzumerken. Dem Schiedsrichter gebührt für die heutige Leistung ein besonderes Lob. Der erst 21-jährige Robert Kempter pfiff eine ausgesprochen souveräne Partie. Bemerkenswert auch deshalb, weil sein 5 Jahre älterer Bruder Michael Kempter seit Wochen durch die Schlagzeilen der Boulevard-Presse gehetzt wird. Dass die unsäglichen Vorgänge um die hinreichend bekannten Protagonisten an Bruder Robert nicht spurlos vorbei gegangen sein werden, ist selbstredend. Umso erfreulicher, wenn sich das hoffnungsvolle junge Talent heute auf dem Rasen des Fritz-Walter-Stadions in toller Verfassung zeigte. Jederzeit aufmerksam und – soweit es dem Verfasser nicht entgangen ist – keine einzige Fehlentscheidung im Verlauf der 90 Minuten!

Ade Cottbus - Hoffnungsfunke Aufstieg

Der 1.FCKaiserslautern steht nun mit 57 Punkten weiter auf Tabellenplatz 1 (seit dem 13. Spieltag!). Der Abstand auf den 4. Platz beträgt satte 13 Punkte, auf den Relegationsplatz 9 Punkte! Zum Vergleich – in der letzten Saison stand nach dem 26. Spieltag der SC Freiburg mit 49 Punkten an der Tabellenspitze. Zum 4. Platz waren es damals zum gleichen Zeitpunkt lediglich 6 Punkte Abstand!

Für den 1.FCK geht es nun am nächsten Spieltag zur schweren Auswärtsaufgabe bei der Fortuna in Düsseldorf. Auch die Queer Devils werden bei dem erneut unsäglichen Montagstermin dabei sein.

Gut gelaunte Queer Devils ... and friends

Dies mit mehr als 10 Reiselustigen sogar in Höchstbesetzung bei einem Auswärtsspiel. Zwei aus unseren Reihen haben allerdings nun auch eine eher weniger strapaziöse Anfahrt, die wohnen nämlich in Düsseldorf. Wie gut dass wir damit am Rhein auch gleich ausreichend Schlafplätze haben werden. Auswärtssieg!!

(mg)

Kommentare

4 Kommentare zu “Cottbus und Wollitz ade – der nächste bitte!”

  1. Matze sagt:

    NIE MEHR 2. LIGA NIE MEHR NIE MEHR!!!!!!!!! :-)

    Weiter so, denn es macht Woche für Woche Spaß euch spielen zu sehen.

  2. Karl-Heinz sagt:

    Dieses Spiel zeigt mal wieder das unsere Roten Teufel auch von Anfang an Tore schießen können. Das belegt das 3:0 zur Pause.

    Jungs macht weiter so, ich freu mich auf die restlichen 8 Spiele und was dann kommt :-)

  3. Muddie sagt:

    Frech! Viel mehr kann man zur grandiosen Westkurve nicht sagen!

    Nun, dass wir wie die Weltmeister “Wollitz raus” gebrüllt haben, kann man uns nicht wirklich verübeln. Aber dass wir dann schon in der 42 Minute die Lausitzer mit einem “schönen Gruß” das “auf Wiederseh’n” entgegengeschleudert hatten, sprach schon von einer gewissen Arroganz … aber Spaß hat’s gemacht ;-)

    Die Kurve (wenn auch nicht voll) wie immer in hervorragender Besetzung und in ausgelassener Stimmung. Es fühlte sich einmal mehr nach freudigem Familientreffen an. Und dieser Stimmung hatten die paar Cottbusser auf der anderen Seite wenig entgegenzusetzten, zumal denen ja schon ab der dritten Minute der Gesang in den Stimmbändern steckengeblieben war.

    Die Queer Devils diesmal ungewohnt in ganz vorderer Front direkt unten hautnah am Feldrand mit viel Spaß am Spiel, am Bier und am Singen. Geil war’s!

    Zwei Anekdoten noch am Rande: Queer Devils auf Abwegen hieß es für DieMuddie am Samstag schon, wo er sich – entgegen seinem sonstigen Usus – völlig neutral unter ein paar KSC-Fans mischte und das Spiel der Badener gegen unsere Verfolger aus Ost-Schwaben mitansah. Im Herzen neutral (niemand wünscht dem KSC einen Sieg von Herzen), aber im Geiste natürlich dafür, dass Karlsruhe uns die Augsburger vom Leib hält. Und siehe da, dem Jubel der Karlsruher Kollegen über das 1:0 wurde ein Wehmutstropfen beigemischt, als sich DieMuddie von Herzen bedankte, dass damit schon am Samstag klar war, dass der FCK auch nach dem Ausflug nach Düsseldorf nächste Woche Spitzenreiter sein würde, egal, wie das Spiel gegen die Lausitzer ausgehen würde. Schon Ironie des Schicksals: Ausgerechnet die Derby-Gegner aus Baden sichern uns den Platz an der Sonne nachhaltig! Na ja, allzu viele lange Gesichter gab’s nicht: In Nordbaden haben es gerade mal knapp 16.000 Hanseles geschafft, ihren Verein beim Herumgekicke gegen den Tabellenzweiten zu unterstützen. Welch ein Unterschied zum Tag drauf, wo es der Betze locker auf das doppelte brachte! Nun, sie sind und bleiben Provinz!

    Die zweite Anekdote spielte sich Sonntag Morgen am Karlsruher Hauptbahnhof ab, als DieMuddie auf den Zug wartete: Ein Tross FCE-Fans konnte natürlich nicht umhin, von so utopischen Dingen wie “Auswärtssieg” zu faseln, was DieMuddie mit einem ignoranten Blick auf die eigenen Fingernägel und dem Wörtchen: “Spitzenreiter!” quittierte. So schön kann es sein, sich frech aufzuführen! Oder anders ausgedrückt: Erfolg sieht nur von unten aus wie Arroganz.

  4. Juergen Bachmann sagt:

    Gut gemacht! Weiter so.

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