Angelegenheit in Nordbaden – erledigt!
28. Februar 2010 | eingestellt von mg
Der 1.FCK gewinnt ein ”stürmisches” Auswärtsspiel beim Rivalen Karlsruher SC 3:1
Rund 9.000 Anhänger aus der Pfalz waren am Sonntagnachmittag nach Karlsruhe gepilgert, um den 1.FCK im Wildparkstadion gegen den Rivalen aus Nordbaden zu unterstützen. Es sollte ein Fußballfest werden! Während über die gesamten 90 Minuten ein Orkan über die “alte” und ehrwürdige Spielstätte am Rand des Stadtwalds der Residenzstadt fegte, kam so etwas wie stürmischer Charakter im Spiel jedoch erst in Halbzeit zwei auf.
Vor 28.765 Zuschauern im damit fast ausverkauften Wildpark-Stadion lieferten sich zunächst nur die Fans heiße Duelle. So war die Südkurve stimmgewaltig fest in Lauterer Hand.
Bereits vor der Partie stimmten sich beide Fanlager lautstark ein. Der Lauterer Anhang selbstbewußt in Erinnerung rufend, wer aktuell die Tabelle anführte, woran sich auch bei einer Niederlage der Roten Teufel nichts geändert hätte. Der badische Anhang lieferte über die Gegengerade vor dem Anpfiff eine farbenfrohe Choreographie in blau und weiß. Etwas peinlich hingegen, das überdimensionale Spruchband am Zaun – “Was wäre die Welt ohne Karlsruhe?” Die Antwort aus der Lauterer Kurve kam postwendend – “schöner”!
Der 1.FCK begann mit leicht veränderter Formation gegenüber dem Spiel vom vergangenen Montag gegen den FC St.Pauli. Für Ilicevic lief heute Nachmittag zunächst Markus Steinhöfer auf. Beide Mannschaften gingen eher verhalten und abwartend in die Partie. Es war offensichtlich Bestreben zunächst den Gegner und die unsäglichen Witterungsverhältnisse zu testen. Sturmböen, die mit mehreren zig Stundenkilometern durchs große Oval fegten, machten von Anfang an beiden Mannschaften zu schaffen.
Schnelle Spielzüge in der Anfangsviertelstunde daher eher Fehlanzeige. Der FCK agierte dabei diszipliniert aus einer sicheren Abwehr und versuchte mit gelegentlichen steilen Vorlagen auf die Außen das Spiel vor das Karlsruher Tor zu tragen. Die Badener blieben in ihren zaghaften Angriffsbemühungen ein ums andre Mal im vielbeinigen Mittelfeld und der aufmerksamen Lauterer Vierer-Abwehrkette hängen.
Erst ab Mitte der ersten Halbzeit dann die erste wirklich gefährliche Situation, als Eric Jendrisek eine Flanke von Florian Dick nicht platziert genug verwerten konnte. Nach einer halben Stunde wurde der KSC frecher. Christantus hatte erstmals Gelegenheit das Lauterer Tor in Verlegenheit zu bringen, doch der umsichtige und sehr souveräne Martin Amedick konnte klären. Kurz vor der Halbzeit dann noch ein Aufreger. Christantus düpiert Amedick auf der rechten Seite, flankt flach vor’s Tor, wo Krebs mit der Hacke fast das 1:0 erzielt. Doch auch der glänzend aufgelegte Tobias Sippel reagierte gedankenschnell und verhinderte Schlimmeres.
Als alle im weiten Rund dann schon mit dem Pausenpfiff gerechnet hatten, dann doch noch die Führung für den KSC! Ein langer Ball auf Akin, der sicher in die Mitte flankte, von wo Christantus das Leder dann im Lauterer Gehäuse unterbrachte. Sehr zum Entsetzen des Anhangs der Roten Teufel, doch der Truppe von Markus Schupp gehörten eindeutig die letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit.
Nach der Pause musste der FCK mehr tun, wollte man nicht als Verlierer nach Hause fahren. Sie taten auch mehr. Die Mannschaft kam viel forscher, viel aggressiver aus der Kabine, ohne jedoch die notwendige Konzentration und Disziplin zu vernachlässigen. Endlich wurde schneller und direkter gespielt, waren auch genauere Bälle auf die Außenpositionen schon der Nährboden, um Hektik in der Karslruher Hintermannschaft zu erzeugen. In der 56. Minute dann durch das druckvollere Spiel auch die erste Ecke für den 1.FCK.
Alexander Bugera von rechts, Nemec verlängerte mit dem Kopf und Eric Jendrisek brachte aus kurzer Entfernung das Leder im badischen Gehäuse unter. Nun war der Anhang wieder voll da! Schon eine Minute später hätte Jedrisek das Spiel alleine drehen können. Ein Zuspiel von halbrechts, Jendrisek steht frei vor dem Gehäuse, brachte aber den Ball an Millar nicht vorbei.
Nun war die Partie fest in Lauterer hand. Im Minutentakt marschierten die Roten Teufel in Richtung KSC-Tor. Sowohl Bilek (61.) als auch Bugera (64.) hatten noch hochkarätige Chancen und die Karlsruher hätten sich nicht beklagen dürfen, wenn sie zu diesem Zeitpunkt schon aussichtslos hinten gelegen hätten. Doch in der 69. Minute dann auch noch einmal Gefahr für das Lauterer Tor, als Tobias Sippel einen gefährlich von Stindl getretenen Freistoß mit Bravour neutralisierte. Ab der 70. Minute begann dann Marco Kurz’ Wechselspiel.
Zunächst kam Srdjan Lakic für Adam Nemec, der wieder viel gelaufen war, viel ackerte und die Karslruher Deckung schwer beschäftigte, doch letztlich glücklos und auch etwas farblos geblieben war. Auch der flinke Sidney Sam erarbeitete sich nun in der Folge Chancen. In der 75. Minute verfehlte er das Gehäuse von Miller nur knapp. Drüber! Dann in der 79. Minute ein platzierterer Schuss von “Sammy”, der Abpraller fiel quasi Lakic vor die Füße und dieser ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen – 2:1! Der FCK hatte die Begegnung nun endgültig gedreht!
In der 87. Minute dann Wechsel zweiter Teil. Marco Kurz brachte Ivo Ilicevic für Markus Steinhöfer, der sich in Halbzeit 2 doch deutlich steigern konnte und Manuel Hornig für Eric Jendrisek, der aufgrund seiner 5. gelben Karte am kommenden Samstag beim Heimspiel gegen den FSV Frankfurt gesperrt zuschauen muss.
Mit den beiden Neuen kam noch einmal frischer Wind ins “stürmische” Spiel. Der KSC wollte nun sichtbar den Ausgleich und verfehlte nur knapp (88.). Die Lauterer Abwehrreihe wurde nun wieder etwas mehr beschäftigt, blieb aber gewohnt ruhig, diszipliniert und souverän und ließ nichts mehr anbrennen. In der Nachspielzeit dann die endgültige Entscheidung. Bugera aus halblinker Position auf den Kopf von Srdjan Lakic und der netzte aus 5 Metern unhaltbar ein.
Alles in allem ein hochverdienter Sieg des 1.FCK, der in der zweiten Halbzeit eine deutliche Leistungssteigerung zeigte und über die gesamte Partie die engagiertere, sicherere, reifere und willensstärkere Mannschaft war. Ein Spiegelbild der Tabellensituation. Die Karlsruher müssen aufpassen, um nicht noch tiefer abzurutschen. Denn grade wenn man unten steht, ist Willensstärke vonnöten.
Eine Tugend, die den Badenern im Moment zu fehlen scheint. Die Lauterer bleiben mit diesem Auswärtssieg und der gleichzeitigen Heimniederlage des FC St.Pauli weiter auf Aufstiegskurs.
Erstligareif sicher auch jetzt schon wieder die Fans. Nicht nur was die stattliche Zahl, sondern auch die Qualität der Unterstützung angeht. Sieht man einmal von einigen Koffer-Köppen ab, die es – trotz zahlreicher Apelle von Seiten der Vereinsführung und der Fanbetreuung - wieder einmal nicht lassen konnten, ihre dämlichen Pyro-Spiele in der Kurve abzufackeln! Blöd nur, dass umstehende Fans das idiotische Treiben auch im Bild festgehalten haben. Also Jungs, sollte demnach der DFB wieder auf die Matte kommen und der 1.FCK erneut zur Kasse gebeten werden oder noch schlimmere Sanktionen hinnehmen müssen, stellt Euch schonmal drauf ein, dass Ihr Euch in den Geschäftsräumen des 1.FCK mal mit paar Leuten unterhalten dürft. Unter anderem sicher mit Stefan Kuntz. Man kann nur hoffen, dass dort dann auch mal Tacheles geredet wird. Ihr solltet schon mal Euer Taschengeld etwas zusammenhalten. Vielleicht braucht Ihr’s noch! Idioten!
Ein Gruß mit Unverständnis auch nach drüben auf die Badener Seite – liebe KSC-Jungs, es mag zwar hübsch und beeindruckend ausgesehen haben, dass Ihr da auf Eurer “Bretter-Tribüne” Eure blauen und weißen Plastik-Fähnchen geschwenkt habt. Aber dass Ihr die Dinger dann kollektiv über den Zaun geworfen habt, obwohl für jeden im Stadion ersichtlich war, dass der Sturmwind selbst schwere Werbetafeln verrückt hat, erzeugt nur Kopfschütteln. Dämlicher gehts nimmer! Hoffentlich kommt von Eurer Mannschaft keiner auf die Idee, zu behaupten, die vielen kleinen Unterbrechungen, die notwendig waren, um Euren umher flatternden blau-weißen Müll auf dem Rasen wieder einzufangen, wären ein Grund gewesen, der den Spielfluß des KSC unterbunden hat oder gar nicht erst aufkommen ließ? Wär ja schon peinlich, wenn Ihr so Eurer eigenen Mannschaft geschadet habt. Nächstes Mal Birne einschalten, bevor Ihr Euren KSC-Krempel entsorgt. Das unterscheidet Euch vermutlich auch zum VfB. Dort wär das nicht passiert – weil doo isch dann, wann Käährwoch esch, glei oiner mädm Butzläpple doo, on machd grade gar wedder saubrr!
Bedingt durch die orkanartigen Verhältnisse, sah sich der Karlsruher Stadionsprecher schon während der Partie genötigt mit geradezu flehenden Apellen darauf hinzuweisen, dass im Stadionumfeld Gefahr für Leib und Leben bestand! Hatte doch das stark auffrischende Lüftchen im Karlsruher Hardtwald und im Schlosspark böse gewütet. Den Karlsruher Verantwortlichen wäre wohl am liebsten gewesen, die stattliche Schar an Besuchern wäre wohl gleich bis zum nächsten Heimspiel geblieben? Nette Idee, aber bissl langweilig ohne Verpflegung. Eure Imbissbuden habt Ihr ja vor der Halbzeit schon dicht gemacht, Ihr Spezialisten! Aber dem Lautrer Anhang war’s auch Wurscht. Man feierte mit der Mannschaft noch minutenlang in der Kurve. Auch wir Queer Devils waren mit einem stattlichen Anhang dabei und genossen unsererseits sichtlich diesen so wichtigen Auswärtssieg.
Erst spät ging es dann raus aus der Kurve und da hatte Volkes Stimme bereits gesprochen. Der kanalisierte Zuschauer-Abgang über den letzten noch offenen Ausgang aus der Spielstätte war in der Südkurve kurzerhand umorganisiert worden. Nach Mauersturm und lautstarkem Protest bot dann doch ein Tor Auslass.
Das haben wir auch gerne angenommen. Trotz aller Befürchtungen um Randale oder Krawalle blieb es – zumindest bei unserem Gang Richtung Innenstadt – gesittet und moderat. Selbst in Begleitung von etlichen Karlsruhern. Na bitte, geht doch!
Nun stehen dem 1.FCK zwei aufeinander folgende Heimspiele ins Haus. Aber bleiben wir bei Marco Kurz’ Philosophie, blenden die Partie gegen Cottbus erstmal aus und richten unsere Augen auf den FSV Frankfurt. Wir freuen uns drauf, denn irgendwie ist da ja noch eine kleine Rechnung offen…oder?
(mg)
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Hach, was waren sie so lächerlich … wenn man keine Fußballstars hat, dann müssen eben Benz und Drais herhalten. Na bitte. Und dann auch noch die Sache mit den lächerlichen Wimpeln! Übrigens: ist Euch aufgefallen, dass es hauptsächlich die Lautrer Spieler waren, die so nett beim Wegräumen des Mülls vom Spielfeld geholfen haben? Tja, unsere Jungs sind eben doch gute Gäste.
A propos Müll: als ob die Wimpel nicht genug gewesen wären: auch der eine oder andere Müllsack hat den Weg durch die Lüfte auf den heiligen Rasen gefunden. Beeindruckenderweise kam keiner im Stadion auf die Idee, zwei oder drei gelangweilte Ordner abzuziehen, um die Dinger zumindest vom Spielfeldrand mal wegzuräumen. Wohin auch? Unter den Tribünen gibt’s ja wohl keinen Verschlag, wo man das Zeug hätte windsicher unterbringen können. Und für so ein paar Ordner ist’s ja bestimmt auch spannender, endlich mal eine erstklassige Fankulisse zu beobachten, als im eigenen Stadion für Ordnung zu sorgen.
Zum Spiel ist eigentlich alles gesagt worden. Deshalb nur eines: Es war die Leistung der Mannschaft und mitnichten (wie an mancher Stelle durchaus schon behauptet) das Glück mit dem Wind! Die bessere Mannschaft hat gegen Ende des Spiels durch den besseren Überblick und die bessere Kondition gezeigt! Auch war beeindruckend, wie die Roten Teufel in der zweiten Halbzeit damit fertig wurden, dass der Ball zuweilen eine ganz unvorhersehbare Bahn nahm. Tja, da braucht man schon ein super eingespieltes Team, um das zu erreichen. Lautern hat ein solches!
Jetzt geht’s gegen Frankfurt und die werden wohl ordentlich Beton anrühren. Da wird’s schwer durchzukommen. Wir dürfen nicht vergessen, dass der FSV einen gefühlten Sieg feiern kann, wenn sie “nur” 1:0 auf dem Betze verlieren, während es sich für uns unter einem 3:0 wahrscheinlich wie eine kleine Niederlage anfühlen wird. Von einem Unentschieden oder einer Niederlage gar nicht zu reden. Daher: Konzentriert auf dem Rasen und unerbittlich laut in der Kurve! Lasst uns die Kerlchen vom Main vom Betze schreien!
DieMuddie wird übrigens in zwei Wochen etwas ganz lästerliches tun: Gegen Augsburg wird er nämlich dem KSC die Daumen drücken! Auf dass wir nicht schon wieder (wie letztens, als der KSC gegen St. Pauli verloren hat) alles ganz alleine machen müssen *gacker* Wäre doch mal nett, wenn der KSC uns auch dort beim Aufstieg helfen würde *grins*
Ein super Tag, der FCK STÜRMT den Wildpark … Rot-Weisses-Herz, was willst Du mehr!
Jetzt drei Punkte ohne “geschenkte” Tore gegen Frankfurt, und Träume können wahr werden!
(übrigens, super Bericht!)