Heimspiel gegen Paderborn – die Macht der Ersatzbank

7. Februar 2010 | eingestellt von mg

Marco Kurz entscheidet Partie gegen Paderborn mit goldrichtigen Einwechslungen

You never walk aloneAls Erik Jendrisek in der 86. Minute nach dem 2:0 Führungstreffer gegen den SC Paderborn seinen Jubeltanzvor der Westtribüne vollführte und seinen ausgestreckten Finger gen Kurve erhob, um anschließend mit energischem und stoischem Blick bei der Eckfahne die Gratulation seiner Teamkollegen in Empfang zu nehmen, war die Partie entschieden. Endlich entschieden! “Ich bin wieder zurück” wollte jede Regung des 23-jährigen Goalgetters der Roten Teufel sichtbar zum Ausdruck bringen. Ja, er ist wieder zurück! Von der Bank ins Spiel und dort in die Rolle, für die er arbeitet. Tore erzielen!
Bereits in der Halbzeitpause wechselte Marco Kurz den ehrgeizigen jungen Stürmer für den glücklosen Srdjan Lakic ein. Jendrisek dankte es ihm nach noch nicht einmal 2 Minuten. Nach feiner Vorarbeit von Illicevic, der maßgenau von der rechten Seite flankte. Jendrisek stand und lief dort hin, wo ein Stürmer hin laufen muss…dem Ball entgegen und mit einem wuchtigen Kopfstoß brachte er den 1.FCK auf die Siegerstraße.

Spannung im Fritz-Walter-StadionSpielszeneDer Tag der Einwechlsungen! Hatte doch auch Markus Steinhöfer, der in der 84. Minute für Ilicevic kam, die Vorlage für Jendrisek zum 2:0 geliefert. Doch damit nicht genug. In der 89. Minute wechselte Marco Kurz für den auch in dieser Partie sehr wendigen aber heute torlosen Sidney Sam, den Abwehrrecken Manuel Hornig ein. Gerade mal 2 Minuten auf dem Platz durfte dieser sein erstes Tor in der laufenden Saison bejubeln. Nach energischer Vorarbeit durch Adam Nemec versenkte Hornig das Leder aus knapp 18 Metern unhaltbar in den Maschen!

Nach 'ner Lautrer EckeBis zum Pausentee taten sich die Roten Teufel vor 25.880 Besuchern gegen die Westfalen dennoch recht schwer. Ähnlich wie vor zwei Wochen an gleicher Stelle bereits gegen Ahlen. Die Paderborner standen kompakt, zeigten jedoch mehrfach, dass sie schnell nach vorne und vor dem gegnerischen Tor durchaus gefährlich agieren können. Das Lauterer Spiel war in der ersten Halbzeit zuweilen zu zerfahren. Es fehlten Ideen im Spielaufbau, die Außenpositionen blieben über weite Strecken farblos. Dennoch ergaben sich einige Möglichkeiten. So scheiterte Sidney Sam per Freistoß (3.) oder gegen den passabel aufgelegten Jensen im Tor der Paderborner (16.). Lediglich einige Standards verhießen Aufregung, aber sowohl Rodnei (13.) als auch Amedick per Kopf (34.) können nicht für genügend Gefahr für das Paderborner Tor sorgen.Torjubel

Aber auch die Westfalen hatten in einigen Situationen für Herzklopfen auf der Seite des Lauterer Anhangs gesorgt. Besonders als Rodnei für den bereits geschlagenen Sippel sozusagen auf der Linie klären musste. Doch insgesamt blieb auch die Mannschaft von André Schubert zu wenig gefährlich, wenn es Richtung Tor des FCK ging. So ging es mit dem 0:0 in die Kabine.

Schönen Gruß und auf WiedersehenDie zweite Halbzeit gehörte dann bekanntlich den Einwechselspielern. Aber auch der Rest der Mannschaft agierte in Halbzeit zwei wesentlich konzentrierter, energischer und disziplinierter. Dennoch gut, wenn jedem einer Anfangsformation die Bank im Nacken sitzt und die Joker dann auch noch so effektiv agieren wie am heutigen Nachmittag. Auch gut, wenn auf der Bank Leistungsträger harren, die dort nur sitzen, weil lediglich Nuancen fehlen, die ihre Berücksichtigung für eine Startelf rechtfertigen wollen, der Einsatzwille und das Abrufen des Potentials aber dann von der ersten Minute einer Einwechslung voll da ist!

Jubel bei der MannschaftAlles in allem ein gelungener Nachmittag an einem trüben Februarsonntag. Auch die Queer Devils haben ihrer Feierlaune keinen Abbruch getan. So wurde schon vor der Partie in der Halle der Nordtribüne geschlemmt und gefachsimpelt, dann während des Spiels auf der Tribüne natürlich mitgezittert und nach Spielschluß erst Recht euphorisch gefeiert. Ein stattliches Häuflein hatte sich hier heute eingefunden – mit Feunden und Gästen zählte die illustre Truppe immerhin fünfzehn große und kleine Teufel und Teufelchen. Alle Achtung!
Fliegende FahnenZwei unserer Gäste fanden die bunte Partylaune und die redselige Fachsimpelei, die vielen kleinen Geschichten und Geschichtchen um die Queer Devils so einladend, dass man sich spontan entschloss dem Fanclub beizutreten und noch an Ort und Stelle die Aufnahmeanträge ausfüllte. Bravo und willkommen bei den Queer Devils! War da vor zwei Woche nicht schon einmal sowas? Ja, richtig – auch zum Heimspiel gegen Ahlen haben wir zwei neue Mitglieder für den Fanclub gewonnen! Wenn das nun bei jedem Heimspiel so weiter läuft, dann wird das ein bemerkenswertes Jahr 2010. Aber ist es das für uns FCK-Verrückten mit Blick auf die Tabelle nicht ohnehin schon? Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey!!!Dank an die Fans

Also Leute…Paderborn ist Vergangenheit, lasst uns die nächste Aufgabe angehen. Rosenmontag werden die Queer Devils die Karnevalshochburgen am Rhein unsicher machen und am Abend dann den 1.FCK in Duisburg unterstützen – auch dort sehr zahlreich! Dann zieht Euch mal warm an, Ihr Zebras…und…….Milan, wir kommen…juuuuchuuuuu……

(mg)Glückliche Queer Devils

Kommentare

2 Kommentare zu “Heimspiel gegen Paderborn – die Macht der Ersatzbank”

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  2. Muddie sagt:

    Ich bin der Meinung …

    … dass das Spiel schön anzusehen war!

    Und Danke, Matze, dass Du nicht in die gleiche Kerbe schlägst wie einige Blättchen heute morgen: Nämlich die, dass das Ergebnis nicht die Leistung wiederspiegelt. Ja, das hat Marco Kurz so gesagt und ja, vielleicht ist was dran. Letztendlich sind drei Punkte aber drei Punkte. Und *die* haben die Roten Teufel redlich verdient.

    Von der Kurve aus übrigens hatte ich den Eindruck, dass auch schon in der ersten Halbzeit ein engagiertes und kreatives Team gegen die Westfalen auf dem Platz stand und lief … viel lief.

    Man kann schwer erwarten, dass man viele Möglichkeiten zu schöner und kreativer Spielweise bekommt, wenn es für den Gegner um nichts mehr geht, als noch ein paar Pünktchen zum grandiosen Klassenerhalt zu sammeln und dem einen oder andren Gegner ein paar Nadelstiche zu setzten. Wie Du ja auch geschrieben hast: Die Paderborner standen kompakt und lauerten auf Konter. Es ist eben immer einfacher, als Überraschungsgast zum Tabellenführer zu kommen als umgekehrt selbst der Gejagte zu sein.

    So konnte ich gestern nicht verstehen, dass es manchmal in der Kurve zu kurzzeitigen Stimmungsumschwüngen kam. Ja klar … die Mannschaft hat sich vielleicht gegen Ende der ersten Halbzeit nicht so ins Zeug gelegt, wie man das gegen einen starken Gegner getan hätte. Aber das war doch auch ganz o.k. so. Vielleicht sind wir in der “West” mittlerweile schon zu sehr wieder auf dem Trip, die absolut besten und Unschlagbaren zu sein (ich meine jetzt von der Mannschaft her … die Kurve ist es eh). Umso beeindruckender die Leistung unserer Vorsänger, die auch in den Minuten, in denen es etwas ruhiger wurde, wieder Akzente setzten. “Auf geht’s Lautern, kämpfen und siegen …”

    In der Pause, auf der Toilette unter Block 9 grölte denn auch so ein Bürschchen “Alsooo, isch bin jo Laudra, awwer mit dea Laischdung hawwe die’s net verdient uffzustaische!” Blödmann! Mit dieser Leistung hätte es das Team vielleicht nicht verdient, Deutscher Meister zu werden, aber das steht diese Saison sowieso nicht auf dem Plan. Gerne hätte ich das Gesicht zu der armseeligen Äußerung gesehen um dann am Ende des Spiels zu fragen, ob er immer noch zu seiner Aussage steht …

    Nein, nein, das Spiel war wirklich o.k. Und man darf auch nicht vergessen, wo wir gerade erst herkommen. Da wird es immer Phasen geben, wo’s halt (noch) nicht so dolle läuft … manchmal sogar ganze Spiele lang. Aber wenn die Mannschaft dann so umschaltet wie gestern, dann hat sie’s verdient, drei Punkte mehr auf’s Konto gebucht zu bekommen. Völlig egal, ob’s jetzt ein 1:0 oder ein 2:0 oder eben auch mal ein (vielleicht nicht ganz, aber doch fast gerechtfertigtes) 3:0 ist. Einigen wir uns: Gerechtfertigt wäre ein 2,5:0 gewesen ;-)

    Jetzt geht’s gegen Duisburg, St. Pauli und Karlsruhe. Alle drei keine leichten Gegner. Die einen wollen noch um den Aufstieg mitspielen, die nächsten wollen die Tabellenspitze und die Herren mit dem Wildschwein als Maskottchen müssen endlich mal wieder gewinnen, wenn sie sich nicht endgültig lächerlich machen wollen (vor zwei Wochen verlautete ja noch: “Der Aufstieg ist noch nicht abgeschrieben” *gacker*). Doch: nicht vom Tabellenplatz blenden lassen! Potential zu “Höherem” hätten sie, meiner Meinung nach mehr als man derzeit an der Tabelle sieht. Eigentlich müsste der KSC drei bis sechs Punkte mehr auf dem Konto haben. Dort fehlt’s aber scheinbar sowohl am Sturm als auch an der Defensive und nur mit einem bunten Mittelfeld gewinnt man schwer ein Spiel. Aber ich sag’s Euch: Unterschätzen wir die Fächerstädler nicht und machen am besten gleich in den ersten 10 Minuten klar, *wer* hier das bessere Team ist.

    Es werden jedenfalls heiße Spiele! Und wir können fest davon ausgehen, dass Marco Kurz die Mannschaft darauf einstellen wird, dass schwache Phasen … und seien es nur fünf Minuten … bei einer Mannschaft wie dem MSV zum Beispiel mehr kosten als gegen Paderborn. Da sind eben 90 Minuten lang Topleistungen gefragt. Aber die Jungs werden das schon schaffen. Hoffen wir auf weitere drei Punkte von der Ruhr und nochmal drei zuhause und sowieso drei in der Fächerstadt … Von mir aus dürfte es dann auch dreimal 1:0 für die Teufel heißen, obwohl ich mir ja zumindest in Karlsruhe ein teuflisches Torfestival wünsche ;-)

    Eines ist aber klar: WIR WERDEN DABEI SEIN! Und wir werden den geilsten Club der Welt bunt und lautstark unterstützen!

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