Von der Seitenlinie: was so alles Krise ist …

27. Januar 2010 | eingestellt von mms

Es ist doch immer wieder ein Kreuz mit den Medien!

Da steht “unser” 1. FCK nach souveräner Hinrunde mit (noch) komfortablem Abstand auf einen Relegationsplatz auf dem ersten Platz der Tabelle und schon wird uns eine Krise eingeredet. Verstummt sind die selbsternannten Fußballexperten, die – trotz ausdrücklichen Beteuerungen der Vereinsführung, dass der Aufstieg ein Thema der letzen Spieltage sei – den FCK bereits in der ersten Liga sahen. Statt dessen wird bereits damit angefangen, die Roten Teufel in die sprichwörtliche Krise zu reden.

Warnte schon nach dem Spiel gegen Fürth der kicker davor, dass möglicherweise der “erneute Absturz” drohe (man hatte mal gerade eben zwei Auswärtsspiele verloren), so entblödete sich nun nach dem Unentschieden gegen Ahlen auch SWR nicht und schickte sich an, tatsächlich von einer “Krise” zu reden. Gerade bei letzterer Quelle, die so häufig aus den Reihen der Politik Unterstützung dafür erhält, der “Sensationspresse” durch Gebührengelder finanzierte ausgewogene Berichterstattung entgegenzustellen, sollte man einfach mehr erwarten dürfen!

Doch reißerische Sprüche scheinen auch hier wesentlich wichtiger zu sein als eine nüchterne Bestandsaufnahme der Situation.

Fakt ist: Sowohl die Niederlage in Augsburg als auch die in Fürth waren unnötig und sicherlich nicht aufbauend … weder für die Mannschaft noch für die Fans. Fakt ist aber auch: Beide Niederlagen lesen sich in puren Zahlen viel schlimmer, als sie de facto waren. In Augsburg war das schnelle erste Tor genauso ergebnisverzerrend wie dasjenige in der letzen Minute. Zwar war der Auftritt der Mannschaft nicht souverän, dennoch gehören derartige Niederlagen genauso zum Ligaalltag wie eine schwache Leistung gegen Kandidaten der hinteren Tabellenregionen. So lässt sich auch zum Fürth-Spiel konstatieren: Das Ergebnis wird weder dem Spielverlauf noch der Qualität der Mannschaft gerecht.

Waren es denn nicht in Fürth die glücklosen “Kleinigkeiten”, die den möglichen Sieg verhinderten? Das unglückliche 1:0 gefolgt von Tobis Notbremse und dem – zweifelsohne angebrachten – Elfer wären durchaus noch umzukehren gewesen. Dass die irritierte Mannschaft dann noch mit einer Spielunterbrechung konfrontiert wurde, hat nichts mit der spielerischen Qualität unserer Elf zu tun. Hier ist eine differenziertere Betrachtung vonnöten!

Hätte das Ahlen-Spiel zwingend die Wende bringen müssen? Vielleicht. Nichtsdestotrotz ist die Bastion Betzenberg in dieser Saison nach wie vor erst einmal gefallen! Und gegen Ahlen ein Unentschieden herauszuspielen, wenn es für die Gäste um nichts anderes geht als darum, den Spitzenreiter etwas zu ärgern, ist ein nicht ganz von der Hand zu weisender Beweis für die Qualität der Teufels-Elf:

Lautern war nicht nur besser, Lautern war dominant! Allerdings waren die Ahlener in einer No-Loose und die Lautrer in einer No-Win-Situation! Das Unentschieden war für Lautern eine gefühlte Niederlage. Selbst bei einem knappen Sieg hätte fast jede(r) gesagt, da wäre mehr drin gewesen. Für Ahlen hingegen hätte selbst eine 1:0-Niederlage wie ein gefühlter Sieg ausgesehen, wären doch die überlegenen Tabellenführer auf dem Papier nicht übermäßig dominant gewesen … wie gesagt: auf dem Papier.

Was bleibt sind Mini-Serien. Zugegeben: Diese Mini-Serien sind Negativ-Serien, aber sie sind und bleiben (bisher) mini! Zwei Niederlagen in Folge bei drei nicht gewonnenen Spielen in Folge. Hertha wäre derzeit froh über solche Serien!

Alles in allem betrachtet hat die Mannschaft ein exorbitant hohes Niveau! Und mehr noch: für ihren Altersdurchschnitt tritt sie auch erstaunlich abgebrüht auf. Ich persönlich hatte nach den beiden Niederlagen und der inhärenten Angst vor Ahlener Beton meine Befürchtungen, dass die Roten Teufel vorsichtiger, vielleicht sogar nervöser spielen würden. Schließlich hatte jede(r) mit einem Arbeitssieg gerechnet. Was allerdings von der Kurve aus zu beobachten war, war ein gutes und druckvolles Spiel mit viel Kreativität und Durchhaltewillen. Auch der Drang zum Tor ließ wenig vermissen … eben bis auf die Belohnung in Form von “Leder in den Maschen”. Aber so ist Fußball nun mal: Manchmal hat man einfach Pech und manchmal hat der Gegner Glück.

So schließe ich mit der Aussage: Der FCK steckt noch lange nicht in der Krise! Und von Absturz kann ebensowenig die Rede sein! Sollten wir noch drei oder vier Spiele in Reihe verlieren, dann kann man anfangen, von einer Krise zu schreiben … vorher nicht!

Worauf es jetzt ankommt, ist eine saubere Aufarbeitung der Kleinigkeiten. Und hier traue ich Marco Kurz eine ruhige – aber dennoch fordernde – Arbeit mit den Profis zu. Wichtig ist, dass jetzt keine Nervosität Einzug hält, denn nur dann stünde die Krise vor der Tür!

Ein gutes Spiel in Aachen, Respekt vor’m Gegner gepaart mit etwas mehr Kreativität und Durchschlagskraft im Sturm … das sind die Zutaten, die aus der von den Medien offenbar sehnlichst herbeigewünschten Krise wieder den Beweis machen können, dass der 1. FCK die stärkste Mannschaft der zweiten Liga ist. Sch… auf die paar eingefangenen Törchen!

In diesem Sinne: Viel Erfolg, Jungs, in Aachen, und allen Fans ein hoffentlich frohes Wiedersehen in unserer geliebten Kurve beim Spiel gegen Paderborn!

(mms)

Kommentare

4 Kommentare zu “Von der Seitenlinie: was so alles Krise ist …”

  1. Spiele Roulette sagt:

    Dank dir, nun endlich habe ich dies wirklich kapiert

  2. wie novoline knacken sagt:

    Ich merke jetzt in diesem Moment dass ich euren Blog wesentlich ofter besuchen sollte ;-) – da komme ich wirklich auf Einfalle

  3. Gernot sagt:

    Manchmal hab ich den Eindruck man will von unserm 1.FC Kaiserslautern nur dann berichten, wenn es etwas negative zu schreiben gibt?!
    http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,676061,00.html

  4. Gernot sagt:

    Medienberichte versuchen wohl zunehmend mehr aus ihren Fakten zu machen. So wird nach einem Sieg nach 7 Unentschieden: “Die Mannschaft die seit 8 Spieltagen unbesiegt ist…” Was natürlich richtig ist, jedoch einen anderen Eindruck vermittelt.
    So gesehen hat unser 1.FCK von 57 möglichen Punkten von 40 geholt, dabei nur 2 Auswärts- und eine Heimniederlage hinnehmen müssen und in 19 Partien 11 mal kein Gegentor kassiert und noch sind 45 weiter Punkte zuvergeben.
    Doch ist es nicht auch so dass man vom letzten Heimspiel auch aus Fankreisen zu hören bekommt: “Wieder nicht gewonnen!” , oder gar falsch, “Schon wieder verloren!”
    Gerne spricht man von einem überheblichen Auftreten der Mannschaft, die der Grund für liegen gelassen Punkte sein soll. Leider spürt man die Überheblichkeit nach einer solchen tollen Vorrunde sehr deutlich auch in unserer Fankurve und meint es gäbe keinen Gegner mehr der nicht mit einer Packung an Toren seine Punkte verliert.
    Ja, die Mannschaft hatte ihren Vorsprung auf den zweiten Tabellenplatz eingebüßt, einen Vorsprung den sie sich selbst verschafft hatte. Dennoch haben es unsere Roten Teufel selbst in der Hand die Tabellenspitze zu behalten und die Ligakonkurrenz muss auf Fehler hoffen, ohne sich selbst welche leisten zu können.
    Also kein Grund von Krise zu sprechen, aber für diejenigen Medienvertreter und Fans die meinten die Rückrunde müsste gar nimmer gespielt werden, ein Weckruf hoch zur Aufstiegstraumwolke.
    Nix, ist klar bis der Schiri am letzten Spieltag abpfeift. Bis dahin lasst uns zusammen Mannschaft und der 12. Mann an die Leistungen in der Vorrunde anknüpfen.