Fahrt mit dem Fanzug nach Fürth

16. Januar 2010 | eingestellt von mms

Sonderzug bei der Einfahrt in Ludwigshafen

Sonderzug bei der Einfahrt in Ludwigshafen

(16. Januar 2010)

Und dafür um halb fünf aufstehen!

Wie viele andere FCK-Fans trieb es auch uns Queer-Devils am Samstag morgen früh aus den Federn, um im Fanzug nach Fürth zu fahren. Frohen Mutes in sieben (!) Waggons verteilt und mit trotz Schlafmangels ziemlich guter Laune waren wir immerhin etwa fünf Stunden unter uns und unterwegs.

Zwischenzeitlich zeigten wir dem Würzburger Bahnhof noch, wie Fans singen können (In welcher Liga kickt Würzburg eigentlich?) und kamen unter den wachsamen aber doch ausreichend distanzierten Augen der Herren in Grün am Hauptbahnhof in Fürth an, um dann von einem ziemlich flotten Busfahrer an’s Stadion gebracht zu werden. Schön ist das nicht, schön ist anders … da wurde jede Kurve zu einem Test der eigenen Standfestigkeit!

Würstchenbude mit gefrorenen Fleischwaren

Würstchenbude mit gefrorenen Fleischwaren

Doch der Prüfungen nicht genug: Irgendwie hat den Fürthern niemand so wirklich mitgeteilt, dass etwa zweieinhalb Tausend Lautrer dafür sorgen würden, dass die Gästebereiche voller waren als die Heimtribünen: Die Würstchen waren noch eingefroren und teilten dieses Schicksal mit den Steaks und Frikadellen.
Schande! Und DieMuddie hatte nach der Fahrt wirklich Hunger und hätte noch gerne mehr Geld da gelassen. Na, sei’s drum. Nach langem Warten waren dann zunächst die Würstchen (recht lecker) und dann auch das viel gepriesene Steak gar, wobei letzteres weit hinter den Erwartungen zurück blieb und nur die Bewertung “ging so” bekommt.

Im Block war’s kalt und schneereich. Oder besser gesagt: Es zog wie Hechtsuppe und im Matsch wurden die Füße auch nicht gerade aufgewärmt. Was tut man nicht alles für den FCK!

Dass in dieser Umgebung ein paar schwulenfeindliche Sprüche zur Tagesordnung gehören, ist nicht schön, aber das muss man wohl ertragen. Dagegen etwas zu sagen hätte wohl nichts gebracht: es waren zu viele Deppen da! Eben, Deppen: erst durch vereinzelte Schwulensprüche aufgefallen, dann noch ein paar Zigeuner-Sprüche draufgesetzt haben einzelne Herren nichts besseres zu tun gehabt, als schon im Vorfeld mit einer Schneeballschlacht anzufangen.

Flutlichtmasten in Regenbogenfarben ;-)

Flutlichtmasten in Regenbogenfarben ;-)

Hey, nicht’s gegen eine Schneeballschlacht unter Fans. Aber dass die Dinger dann auch noch massiv auf dem Feld landeten … das hätte wirklich nicht sein müssen: Was sich der 12. Mann hier mal wieder geleistet hat, das spottet jeder Beschreibung. An anderer Stelle wird noch über das Spiel geschrieben werden (ich tue das hier besser nicht, sonst platzt mir die Tastatur), aber eines muss hier gesagt werden: Ich glaube nicht, dass die Tatsache, dass unsere sogenannten Fans das Spielfeld mit Schneebällen an der Rand der Unbespielbarkeit gebracht haben, unserer Mannschaft die Ruhe gegeben hat, die nötig gewesen wäre, das Spiel noch zu drehen. Punkt. Und ich bleibe dabei: auch wenn die meisten Fans ihrer Mission als 12. Mann durch Applaus und Jubel gerecht wurden, diejenigen, die sich an dieser unsäglichen Aktion beteiligt haben, haben nicht nur dem Ansehen der Fanszene in Lautern und dem FCK geschadet, nein, sie haben es mitzuverantworten, dass es in der zweiten Halbzeit nicht mehr zu einer Aufholjagd kam!

Moderne Toilettenanlage

Moderne Toilettenanlage

Schämt Euch! Oder besser noch: bleibt in Zukunft zu Hause! Euch braucht kein Mensch in einem Stadion!

Frustriert, müde und verärgert ging’s denn mit einem der ersten Busse zurück zum Bahnhof, wo wir über eine Stunde auf den Sonderzug warten mussten, der natürlich nicht am Bahnsteig stand, sondern anderen Zügen den Vortritt (oder die Vorfahrt) lassen musste. Na, egal, so konnten wir wenigstens noch im Café um die Ecke die Blase entleeren, was ja im Zug eher schwer möglich war.

Sonderzug am Fürther Hbf.

Sonderzug am Fürther Hbf.

Abgekämpft kamen wir denn auch mit einem leeren Gefühl zu Hause an … erlebt haben wir einiges, aber ob sich’s für dieses Spiel wirklich gelohnt hat? Egal! Hauptsache Lautern auswärts unterstützt. Und jetzt keimt gerade wieder die Hoffnung auf drei Punkte im nächsten Spiel! So einfach ist das im Fußball: Abputzen, weitermachen!

Und erst mal gute Nacht! (mms)

PS: Spielbericht auch unter fck.de

Kommentare

Ein Kommentar zu “Fahrt mit dem Fanzug nach Fürth”

  1. [...] FCK erwischt. Ja, gemeint sind die Schneeballwerfer beim Spiel in Fürth. Wir haben das Thema an anderer Stelle ja schon kommentiert, jetzt ist der FCK dran: In einem sehr schön geschriebenen Artikel auf fck.de wird das Thema [...]

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