Auswärtsspiel in Fürth – Ausflug ins Frankenland, Teil 1

23. September 2008 | eingestellt von mg


(22. September 2008)

Regnerisch war es im Frankenland - den ganzen lieben langen Tag lang. Trübe, fette Wolken mit hässlichen Wasserfäden hatten sich über die altehrwürdige Reichsstadt gelegt, wo sich einer aus den Reihen der Queer Devils auf das abendliche Spiel in Fürth einstimmte. Rechtzeitig vor dem Anpfiff ging es dann rüber nach Fürth. Schon das Straßenbild eine Augenweide – hunderte FCK-Fans bevölkerten in Arbeitsklamotten (… vom DB-Overall bis zum Business-Outfit mit Nadelstreifen) das Stadionvorfeld und machten schon hier die Urlaubs-Kampagne gegen unmögliche Anstoßzeiten zum Erfolg. Die beiden Buden, die auf der Seite der Gästetribüne für leibliches Wohl sorgen sollten, waren ähnlich dürftig ausgestattet und ähnlich überfordert wie die Crews in den Bretterbuden in Ingolstadt. Scheint ein bayrisches Problem zu sein, wenn man nicht grad FC Bayern heißt.

Die Stimmung vor dem Anpfiff war grandios, zumindest was die Lauterer Ecke betraf! Die kleinen mitgebrachten Schwenkfahnen ergaben ein echt super tolles und stimmungsvolles Bild. Tja … und ohne die Lautrer Fans, wäre in dem Patchwork-Stadion ohnehin nichts los gewesen. Zumal der harte Anhang der Fürther seine Protestaktion gegen die Anstoßzeiten für die ersten 10 Minuten der Partie nach draußen verlagert hatte und somit zunächst durch Abwesenheit glänzte.

Das Spiel war vorab von Unwägbarkeiten begleitet. Der FCK musste ohne 5 Leistungsträger zu den Greuthern fahren. Wie würde die Truppe dies wegstecken? Was wollte Sasic alternativ bieten um seinen neuen rot-gesperrten Regisseur zu ersetzen? Das alles gerade bei den heimstarken Fürthern? Wie sollte das gut gehen?

Das Ende der Geschichte ist bekannt. Es ging gut! Es ging sogar sehr gut. Der 1. FCK präsentierte sich vor allem in Fürth aggressiv, kompakt und homogen wie seit Jahren nicht mehr auf einem gegnerischen Platz! Mit variablen Mittelfeldpositionen und zwei Achsen auf den Außenbahnen war der FCK fast über die gesamte Spielzeit nahezu unberechenbar und machte in fast jeder Spielzeit mit gekonntem Pressing den Gastgebern das Leben dauerhaft schwer. Es war eine Augenweide, wie diese ersatzgeschwächte junge Mannschaft sich in einem gegnerischen Stadion aus der Affäre zog! Vor allem in Halbzeit zwei hatte wohl keiner der Lauterer Fans auch nur einmal das Gefühl, dass dieses Spiel verloren gehen könnte und man hatte auch nie das Gefühl, die Mannschaft würde sich im Gefühl eines sicheren Sieges noch in Bereiche von Leichtsinn oder Überheblichkeit begeben. Einzig die Torausbeute hätte höher ausfallen können.

Der FCK hatte einige gute Einschussmöglichkeiten insbesondere in der zweiten Halbzeit. Dennoch blieb es – wie in der letzten Saison beim Einstandsspiel von Milan Sasic – beim alles in allem hoch verdienten 1:0 Erfolg der Roten Teufel, die dann auch beim Feiern ein herzerfrischendes homogenes Kollektiv darstellten. So war denn auch die widrige Witterung längst vergessen und trotz Kälte wurde einem auf dem Heimweg ganz warm ums Herz. Ach Gott wie lang haben wir das alles schon nicht mehr so erleben dürfen! Freuen wir uns also auf Teil 2 des Ausfluges ins Frankenland im Februar zu Beginn der Rückrunde, wenn es gegen den Club geht … hoffentlich haben die dann wenigstens Glühwein im Stadion und hoffentlich sind dann dort die Würstchen bisschen größer und dicker – weil des Zeich, was se äm doo geboode hänn, dodemit machsch der jo die Aache kabudd … und außerdäm deed so e Wärschdl uff me aaschdänniche Pälzer Grill gladd dorchfalle … hunnerbrozendich … !!!

Prost! (mg)

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