Auswärtsspiel in Ingolstadt – ein ungastlicher Ausflug nach Bayern

30. August 2008 | eingestellt von mg


(29. August 2008)

Eines vorab - es war ein toller Abend! Der 1. FCK hat am 3. Spieltag der 2. Liga beim FC Ingolstadt 04 einen verdienten 3:1 Auswärts-Erfolg eingefahren. Zwei wackere Queer Devils hatten sich denn auch auf den Weg gemacht, um unsere Mannschaft im Nirvana des bundesdeutschen Fußballs mit rund 1.000 weiteren Anhängern lautstark zu unterstützen. Aber auch um eine neue Spielstätte kennenzulernen.

Denn wer kennt schon Ingolstadt, wenn man nicht grade mit der Automarke mit den vier Ringen verhaftet ist. Das Stadion (… sofern das weite Oval eine solche Bezeichnung überhaupt verdient) war nicht ausverkauft, nur etwa 7.500 Zuschauer wollten die Partie gegen den Traditionsclub aus der Pfalz sehen. Die indessen waren allesamt recht zuversichtlich angereist. Allerdings war so einiges an Service und Leistung was die Gastgeber hier zu bieten hatten doch stark verbesserungswürdig. Wie sagte einer am Bierausschank vor mir - ”awwer es schaffe han die do a ned erfunn!”

In der Tat scheint man Zeit zu haben in Bayern. Unmut hatten auch die Ordnungshüter bereits vor der Partie unter dem rot-Weißen Anhang aus der Pfalz verbreitet. Ein Bus der Generation Luzifer war bereits weit vor seinem Ziel aus dem Verkehr gezogen worden, wo man in aller Seelenruhe das Gefährt samt Insassen mit deutscher (… oderbayrischer) Gründlichkeit auf Herz und Nieren prüfen musste. Naja! Für weiteren Unmut sorgten Ordnungskräfte und insbesondere die bayrische USK am Stadioneingang. Ein weiterer FCK-Fan-Bus war wegen eines Defektes erst spät in Ingolstadt angekommen. Die Partie lief bereits ein paar Minuten. Doch am Eingangsbereich machte man keine Anstalten schnellstmöglich Sorge dafür zu tragen, dass die Fans auf die Tribüne kommen. Da schien es den Herren in schwarz wichtiger wegen einer unbedarften Handbewegung so einem hypergefährlichen Pfälzer mit gleich 5 durchtrainierten Mannen mal zu zeigen wo der Hammer hängt! Wie armselig, liebe Freunde aus Bayern, wie armselig und wie überheblich kann man eigentlich sein. Naja, wenn man Jahre lang einen Ministerpräsidenten pflegt, der höchste Verwirrtheit ausstrahlt, warum soll sich die Ordnungsmacht dann anders geben.

Doch die Jungs hatten bis dato nichts verpasst. Der 1. FCK präsentierte sich auf dem grünen Rasen in glänzender Verfassung. Hellwach, kombinationssicher, stark in der Defensive und das alles mit 2 Sturmspitzen - wohlgemerkt in der Fremde (… Herr Sasic !!!). Das einzige, was fehlte, war der Torerfolg. Trotz aussichtsreichster Positionen vergaben Amedick, Ziemer, Jendrisek und auch Bello. Sollte sich das etwa rächen? Es sollte. Fast mit dem Pausenpfiff langte unser armer Tobi Sippel bei einer Flanke nicht richtig hin. An das durchgerutschte Ding brauchte einer der bayrischen Vorderleute nur noch seine Birne hinhalten - drin! 1:0! Hätte der sich nicht auch so viel Zeit lassen können wie die Plunze beim Bierstand ???

Aber der FCK kam aus der Kabine und ließ keine Zweifel daran, diese Partie gewinnen zu wollen. In der 55. Minute war es dann soweit. Amedick nach Flanke Bello, ein blitzsauberer Kopfstoß - auch drin! Geht doch. Nun drehte der FCK weiter auf und es dauerte nur bis zur 61. Minute ehe Florian Dick mit einem sehenswerten Schlenzer die Schanzer endgültig auf die Verliererstraße brachte. Der FCK-Anhang nun aus dem Häuschen. In der Folge hätten die Roten Teufel noch einige Tore mehr markieren können, doch auch Paljic und die eingewechselte Neuverpflichtung Kai Hesse vergaben ihre ausgezeichneten Möglichkeiten.

Erst in der Schlussminute markierte der ebenfalls eingewechselte Lakic den absolut hochverdienten 3:1 Siegtreffer des 1. FCK. Wirklich eine tolle Moral, die die Jungs hier zeigen. Eine Mannschaft mit noch reichlich Potential. Es macht wieder tierisch Spaß dem 1. FCK - auch in der Fremde - beim Fußball zuzuschauen. Allerdings dürfte mehr als fraglich sein, ob das ausgerechnet noch einmal in Ingolstadt sein muss. Wohlfühlen jedenfalls kann man sich dort wahrlich nicht. (mg)

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